Lehmabbau nimmt erste Hürde

SCHLATT. Die Schlatter Berchtoldsgemeinde stellte sich nach ausführlicher Diskussion hinter eine Umzonung für weiteren Lehmabbau im Paradies. Die Gemeindeversammlung stimmt auch dem Anschluss der ARA an Neuhausen zu.

Thomas Güntert
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Gemeindeammann Kurt Engel hatte an der Gemeindeversammlung in Schlatt einiges zu argumentieren. (Bild: Thomas Güntert)

Gemeindeammann Kurt Engel hatte an der Gemeindeversammlung in Schlatt einiges zu argumentieren. (Bild: Thomas Güntert)

Die Gemeindeversammlung am Berchtoldstag in Schlatt, zu der 148 Stimmberechtigte kamen, wurde von Jakob Möckli, Ueli Ammann und Regina Möckli angeheizt. Sie wirkten bei ihren Fragen und Ausführungen oftmals provokant. Gemeindeammann Kurt Engel liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen.

Zu einer langen Diskussion kam es bezüglich dem Lehmabbau der Ziegelei Keller AG im Ortsteil Paradies, obwohl es nach der Auslegung und der Orientierung über die Umzonung der Landwirtschaftsfläche «Undere Weiher» keine Einsprachen gab. Jakob Möckli forderte, dass die alte Grube zuerst rekultiviert werden solle, ehe ein neues Loch aufgehe. Ueli Ammann kritisierte die Altlasten der Ziegelei und forderte, dass die Ziegelei wie die Bauern einen Puffer zum Naturschutzgebiet einzuhalten hätte.

Gestaltungsplan folgt erst

Marcel Bührer hätte gerne das ganze Projekt gesehen. Engel erwähnte, dass es in der Gemeindeversammlung nur um die Umzonung gehe und das Projekt Grubenerweiterung mit Gestaltungsplan und Umweltverträglichkeitsprüfung später nochmals aufgelegt werde. Die Ziegelei benötigt in den nächsten 30 Jahren jährlich etwa 20 000 Kubikmeter Lehm, um die Produktion weiterführen zu können. Martin Studer forderte die Versammlung auf, mit der Zustimmung der seit Generationen ansässigen Ziegelei einen Vertrauensbeweis zu geben. Mit grossem Mehr wurde der Umzonung zugestimmt.

Positives Budget und Wahlen

Finanzreferentin Dominique Bossert berichtete über die stetig wachsenden Kosten durch übergeordnete Rechtsgrundlagen, Ertragsausfälle aus dem kantonalen Finanzausgleich und rückläufige Steuereinnahmen. Beim Budget 2015 sei trotzdem ein Ertragsüberschuss von 7500 Franken zu erwarten.

Die bevorstehenden Wahlen am 8. März waren ein weiteres Thema. Kurt Engel (64) wird im März nicht mehr als Gemeindeammann kandidieren. Marianne Frei bewirbt sich als bisher einzige Kandidatin für dieses Amt. Für den frei werdenden Sitz im Gemeinderat kandidiert als einziger Heinz Mathys.

Strassen werden saniert

In der Gemeinde fallen einige Strassensanierungen an. Die Trottenrainstrasse muss für knapp 140 000 Franken mit einer Meteorwasserleitung ausgebaut werden, wodurch 94 000 Franken Perimeterbeiträge anfallen. Die fehlende Meteorleitung an der Oberdorfstrasse in Oberschlatt verursacht etwa 200 000 Franken. Da die Strasse grundsätzlich bereits ausgebaut ist, fallen dort keine Perimeterbeiträge an. Der Zelgliweg im Paradies soll von der Naturstrasse zu einer entwässerten Teerstrasse ausgebaut werden. Hierfür fallen 180 000 Franken an, wovon 135 000 Perimeterbeiträge sind. Eine Anwohnerin beklagte sich, dass sie zum Bauland auch nun noch die Strasse kaufen müsse. Sie bezeichnete die Beiträge als Abzocke. Kurt Engel erinnerte daran, dass die Gemeinde Schlatt noch eine der wenigen Gemeinden ist, die 25 Prozent der Kosten für den Strassenbau übernimmt.