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LEGALES CANNABIS: «Das ist Schikane»

Der im Januar eröffnete Hanfshop in Romanshorn hat Ärger. Nicht mit der Polizei, sondern mit Facebook, Google und einem Zahlungsinstitut. Obwohl alle Produkte legal sind, wollen diese Unternehmen nichts mit Hanf zu tun haben.
Larissa Flammer
Anita Safradin und Michael Looser in ihrem Romanshorner Geschäft Hemp Basement, wo sie seit Anfang Jahr legale Cannabis Blüten (CBD Hanf) und andere Bio Hanfprodukte verkaufen. (Bild: Andrea Stalder)

Anita Safradin und Michael Looser in ihrem Romanshorner Geschäft Hemp Basement, wo sie seit Anfang Jahr legale Cannabis Blüten (CBD Hanf) und andere Bio Hanfprodukte verkaufen. (Bild: Andrea Stalder)

Das Romanshorner Unternehmen Hemp Basement läuft gut. «Wir sind recht zufrieden», sagt Co-Geschäftsführerin Anita Safradin. Trotzdem hat der Hanfshop Ärger. Wie viele andere Unternehmen präsentierte sich Hemp Basement auf Facebook. «Innerhalb von etwa einem Monat wurde die Seite gesperrt», sagt Safradin. Dreimal hat sie zusammen mit ihrem Partner Michael Looser eine Facebook-Seite für das Geschäft erstellt. Jedes Mal geschah dasselbe. Das Paar habe versucht zu erklären, dass seine Geschäfte legal sind und die Produkte nicht «high» machen. Doch von Facebook sei keine Reaktion gekommen.

In den Richtlinien des Netzwerks heisst es: «Wir verbieten jegliche Versuche von Privatpersonen, verschreibungspflichtige Medikamente, Marihuana, Schusswaffen oder Munition zu kaufen, zu verkaufen oder damit zu handeln.»

Ein ähnliches Problem hatten Safradin und Looser mit Google. Sie zahlten dafür, dass ihr Unternehmen auf dem Suchportal von einem grösseren Publikum gefunden wird. «Unser Unternehmen erschien bei der Google-Suche eine Zeit lang recht weit oben und plötzlich wurde die Werbung gesperrt», sagt Safradin. «Wir haben dafür bezahlt, das ist eine Frechheit.» Gemäss der Geschäftsfrau beschäftigen sich die meisten Hanfshops mit dem gleichen Thema. «Es ist ein weltweites Problem. Das ist Schikane.»

Geschäftsmodell wird nicht unterstützt

Um den Kunden des Hanfshops die Bezahlung mit Kreditkarte zu ermöglichen, hat Anita Safradin beim weltweit tätigen Zahlungsinstitut SumUp ein Kartenterminal beantragt. «Nach drei Tagen erhielt ich einen Anruf und wurde aufgefordert, das Terminal zurückzuschicken.» Als Begründung sei angegeben worden, dass Sum-Up das Geschäftsmodell des Hanfshops nicht unterstütze. «Ich habe versucht, zu erklären, dass wir keine Drogen verkaufen, doch der Herr sagte mir, er mache nur seinen Job.»

SumUp teilt auf Anfrage mit, für das Terminal sei «eine Rücksendung zur vollständigen Kostenerstattung angeboten» worden. Und weiter: «Im Rahmen der uns gewährten Lizenz kann SumUp leider nicht jedes Geschäftsmodell unterstützen.»

Die Werbung auf Facebook und Google hat Hemp Basement aufgegeben. Bezahlt werden kann bis auf weiteres bar, per Überweisung oder online mit Postfinance. Im Laden selber hatten Safradin und Looser nie Probleme. Ein Kriminalpolizist sei einmal vorbeigekommen. «Er wollte uns aber nur kennen lernen», sagt Safradin.

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