Leerwohnungsbestand erreicht Risikobereich

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Thurgau In Romanshorn stehen überdurchschnittlich viele Wohnungen leer. Der Leerwohnungsbestand beträgt 3,93 Prozent gemäss einer Medienmitteilung der Weinfelder Fleischmann Immobilien AG. Auch Amriswil (2,98 Prozent), Sirnach (2,95), Weinfelden (2,82) und Bischofszell (2,71) weisen besonders hohe Werte auf. Die Zahlen stammen aus einer Erhebung des Informations- und Ausbildungszentrums für Immobilien mit Datum vom 1. Juni 2017, das im Auftrag der «Handelszeitung» die Gemeinden der Schweiz mit über 5000 Einwohnern untersucht hat. Der mittlere Wert beträgt schweizweit 1,47 Prozent. Der Thurgau, der traditionellerweise einen hohen Leerwohnungsbestand hat, liegt mit 2,0 Prozent klar darüber. Nur sieben Kantone haben höhere Werte. Auch in Aadorf (2,06) und Arbon (2,05) stehen überdurchschnittlich viele Wohnungen leer, ebenso in Kreuzlingen (1,62) und Münchwilen (1,56). Von den zehn grössten Thurgauer Gemeinden hat nur Frauenfeld mit 0,89 Prozent einen Leerwohnungsbestand unter dem Schweizer Durchschnitt.

Kombiniert man den Leerwohnungsbestand mit den publizierten Baubewilligungen, erhält man einen Indikator, der das Risiko anzeigt, das Investoren auf dem Wohnungsmarkt auf sich nehmen. Besonders hoch schlägt dieser Indikator mit einem Wert von 11,6 in Amriswil aus. Dahinter folgen Münchwilen (8,1), Sirnach (7,9) und Weinfelden (6,0). Von den zehn grössten Thurgauer Gemeinden liegt nur der Arboner Risikoindikator (1,2) unter dem Schweizer Schnitt von 2,2.

Die Nachfrage nach Wohneigentum ist gemäss Mitteilung anhaltend hoch. Die Zuwanderung in den Thurgau sei aber beim Bau von Mietwohnungen zu hoch gewichtet worden. Jetzt tendieren die Mietpreise nach unten. Neumieter können sich auch freuen, dass sie mit Gratis-Monaten und andern Lockvögeln umworben werden. (wu)