Lebensmittel statt leerer Raum

FRAUENFELD. Seit zwei Jahren steht das Ladenlokal im Frauenfelder Westfeld leer. Doch nun scheint die Besitzerin der Überbauung jemanden gefunden zu haben, der dort Lebensmittel verkaufen möchte. Dass die Suche harzig verlief, hat mehrere Gründe.

Marc Engelhard
Drucken
Teilen
Die Stadt Frauenfeld möchte, dass in dem Ladenlokal im Westfeld ein Lebensmittelgeschäft eröffnet wird. (Bild: Nana Do Carmo)

Die Stadt Frauenfeld möchte, dass in dem Ladenlokal im Westfeld ein Lebensmittelgeschäft eröffnet wird. (Bild: Nana Do Carmo)

Frauenfeld. Anita Bernhard ist unzufrieden, wenn sie an das leere Ladenlokal der Überbauung Westfeld denkt. Nicht nur ästhetisch gefällt ihr der Anblick nicht: «So eine leere Fläche wirkt negativ», findet die Präsidentin des Quartiervereins Kurzdorf. Kein Zeichen von Aufschwung, ein Quartierladen würde die Gewerbefläche beleben.

Zwei Jahre alt ist die Überbauung Westfeld, alle 62 Wohnungen darin sind vermietet, nur die Gewerbefläche im Erdgeschoss nicht.

Doch das könnte sich bald ändern: Die Besitzerin der Überbauung, die Credit-Suisse-Anlage- stiftung Real Estate Switzerland, steht in ernsthaften Verhandlungen mit einem Interessenten. So nahe vor einem Abschluss sei man in den letzten zwei Jahren noch nie gewesen, sagt Karin Schwerzmann. Sie ist bei der Credit Suisse für die Kommunikation im Bereich Immobilienanlagen zuständig.

Weil die Verhandlungen allerdings noch laufen, schweigt sich Karin Schwerzmann über den potenziellen Mieter aus.

Stadt erteilte Auflage

Doch weshalb verlief die Suche nach einem Mieter für die Gewerbefläche so harzig? Die Credit- Suisse-Anlagestiftung darf die Gewerbefläche nicht an jeden vermieten. Die Stadt Frauenfeld hat ihr die Auflage erteilt, dass ein Quartierversorger einziehen muss. Im Gegenzug durfte die Besitzerin das Gebäude einen Stock höher bauen.

Ziel der Stadt sei es gewesen, mit der Auflage die Siedlungsentwicklung anzutreiben, sagt Christof Helbling. Der Leiter des Frauenfelder Hochbauamts erklärt die Idee dahinter: «Der Investor darf einen Stock mehr bauen, sollte aber den Ertrag aus dem zusätzlichen Stock dafür verwenden, mit einem niedrigen Mietzins den Quartierladen zu ermöglichen.» Er kenne den Mietzins nicht, den die Credit-Suisse- Anlagestiftung für die Fläche verlange.

Helbling geht aber davon aus, dass dieser bisher zu hoch gewesen sei und sich deshalb kein Mieter finden liess.

Knapp 8000 Franken Miete

Wie hoch der Mietzins ist, darüber möchte sich Karin Schwerzmann nicht äussern. Der Mietzins bewege sich auf einem marktüblichen Niveau. Im Internet steht, die 505 Quadratmeter würden für knapp 8000 Franken im Monat vermietet.

«Dieser Zins ist als Richtpreis und somit als Basis für die Verhandlung zu verstehen», erklärt Karin Schwerzmann.

Eine Frage des Standorts

Karin Schwerzmann sieht andere Gründe, weshalb das Ladenlokal schon so lange leer steht. Die Vermietung hänge für einen Ladenbetreiber nicht nur vom Mietzins ab, sondern auch zum Beispiel vom Standort. Das Westfeld ist am Rande der Stadt und somit ohne Passanten. Das sei von Interessenten oft als Nachteil beurteilt worden.

Aktuelle Nachrichten