Lebendige Reptilien oder Heuschrecken in der Dose

Eine Welt voller exotischer Tiere erwartete die Besucher der Terraristikbörse am Sonntag in der Festhalle Rüegerholz. Während Erwachsene eher auf Distanz gingen, brachten die Tiere Dutzende Kinderaugen zum Leuchten.

Andreas Taverner
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Eine Mexikanische Vogelspinne in der Hand von Roger Conzett. (Bild: Andreas Taverner)

Eine Mexikanische Vogelspinne in der Hand von Roger Conzett. (Bild: Andreas Taverner)

Bereits zum 18. Mal fand am Sonntag die Ostschweizer Terraristikbörse in der Festhalle Rügerholz statt. Nebst der Mög­lichkeit, Reptilien, Amphibien und diverse andere wirbellose Tiere zu erwerben, stand für Züchter, Halter und andere interessierte Besucher ein grosses Angebot an Zubehör, Terrarien und Futter für die exotischen Tiere zum Kauf bereit.

Der gestrige Dauerregen sei ideales Wetter für einen Besuch der Terraristikbörse, findet ein Besucher noch vor der Öffnung um zehn Uhr. Drinnen erwartet die Besucher ein grosses und breites Angebot. So bietet zum Beispiel ein Stand Heuschrecken in der Dose oder Mehlwürmer für fünf Franken per 100 Gramm an. Damit die wechselwarmen Tiere immer die richtige Beleuchtung haben, berät Oliver Fischer, Zoologe, die Kaufinteressenten. «Die Lampen simulieren das natür­liche Sonnenlicht, lassen aber auch die UVA- und UVB-Strahlen passieren», erklärt der Zoologe.

Sensibilisierung mittels Stoff-Gecko

Am Stand von pogona.ch engagieren sich Sabine Nasitta und Alex Wyss. Sie versuchen mit diversen Büchern und Schulungen, zukünftige Käufer vor dem Kauf zu sensibilisieren. Wichtig sei, was es heisst, ein Reptil zu betreuen. «Für Kinder, die unbedingt ein Tier möchten, bieten wir einen Stoff-Gecko an», erklärt Nasitta. Somit haben die Eltern nochmals Zeit und Gelegenheit, mit ihrem Kind ernsthaft über einen allfälligen Kauf eines exotischen Tiers zu reden.

Weiter hinten befindet sich eine Sonderausstellung, welche Leguanen gewidmet ist. «Die Tiere werden dort so gezeigt, wie sie idealerweise zu Hause gehalten werden sollten», erklärt Markus Ruf, Präsident des Vereins Terrarienfreunde Ostschweiz. Der Wüstenstachelleguan sonnt sich im besten Licht und zieht die Blicke der Besucher auf sich. Wer den Blauen Stachelleguan, der in Mexiko und Südtexas vorkommt, sucht, muss genau hinschauen. Er hat sich unter einem Stein versteckt. Dass Schlangen Kinderaugen zum Leuchten bringen, während Erwachsene eher auf Distanz gehen, weiss Heinz Wüst aus Kefikon. «Kinder sind neugierig und kennen keine Angst oder Ekel», fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Unterdessen studiert der knapp dreijährige Lenny fasziniert die Schlangen, die Wüst im Angebot hat. Er löchert die erwachsenen Begleiter und Wüst mit Fragen. Letzterer antwortet ihm geduldig. Von einem schwarzen, rund zehn Zentimeter langen Tausendfüssler ist eine andere Gruppe von Kindern angetan.

Andreas Taverner

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch