Leben heisst entscheiden

Nur wer gut zu sich selbst schaue, könne auch für andere da sein, sagte Susanna Oppliger am gestrigen Treffpunkt für Frauen der Evangelischen Kirchgemeinde Frauenfeld.

Katrin Zürcher
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Susanna Oppliger gab viele lebenspraktische Tips. (Bild: Katrin Zürcher)

Susanna Oppliger gab viele lebenspraktische Tips. (Bild: Katrin Zürcher)

FRAUENFELD. «Leben heisst entscheiden», sagte Susanna Oppliger gestern Mittwochvormittag im vollbesetzten Saal des Casino Frauenfeld. Die Entscheidung könne Abwarten oder Verändern heissen, doch gewählt werden müsse jeden Tag.

Rund 120 Frauen waren gekommen, um dem Referat der 63jährigen Seelsorgerin aus dem zürcherischen Adetswil zu lauschen. Sie bekamen viele praktische Tips und dazwischen die Gelegenheit, sich mit den Freuden und Schwierigkeiten des eigenen Lebens auseinanderzusetzen und das Wahrnehmen zu üben.

Warnsignale des Körpers

Viele Frauen hätten Mühe zu spüren, was ihnen gut tue, da sie daran gewöhnt seien, die Bedürfnisse anderer zu befriedigen. Häufig würden körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenweh, Erschöpfung, Verdauungs- oder Schlafstörungen darauf hinweisen, dass einem Situationen, Menschen oder Arbeiten nicht gut tun. «Wenn wir nicht ausweichen können, hilft es vielleicht, die Einstellung zu ändern.» Denn oft sei es gar nicht die Situation selbst, die einem nicht gut tue, sondern die eigenen Gedanken dazu. Würden körperliche Signale ignoriert, könnten seelische Reaktionen wie Resignation, Depression oder schwere zwischenmenschliche Konflikte folgen.

«Das Sein ist wertvoll»

Meist treibe einen der Drang, den Ansprüchen anderer gerecht und somit geliebt zu werden, in die Überforderung. Doch auch Unterforderung könne Stress verursachen. «Geben Sie sich selbst Wert. Das eigene Leben ist kostbar, das ganze Sein ist wertvoll – es entspricht der göttlichen Ordnung.» Susanna Oppliger ermutigte die Frauen, eigene Kraftquellen zu nutzen wie Beziehungspflege, Bewegung, Freude, Genuss, Stille, Ruhe.

Oppliger selbst helfe die Konzentration auf den Atem, eine stille Zeit mit Gott zu finden. «Erkennen Sie Ihre Grenzen und die anderer, und setzen Sie Grenzen», sagte sie. Nur wer barmherzig sei mit sich selbst, der könne auch barmherzig sein mit anderen.