Lasst Unsere an den Punkt

Murgspritzer

Samuel Koch
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Wer braucht schon einen Cristiano Ronaldo? Wer braucht schon einen Neymar? Wer braucht schon einen Messi? Die adäquate Antwort auf die drei Fragen heisst: «Wenn wir Frauenfelder haben!» Die Fussballer des FC Frauenfeld haben etwa mit Christian Haag oder Silvan Eggman zwar weniger klangvolle Namen. Was die Mannen von Trainer Sawwas Exouzidis jedoch am Gründonnerstag in der Cup-Partie gegen das gleichklassierte 2.-Liga-Team aus dem St. Gallischen Eschenbach ablieferten, ist Champions-League-reif!

Zwar verfolgten das Spiel nicht 80000 Zuschauer wie im Estadio Santiago Bernabéu von Real Madrid oder 47000 Zuschauer wie im Parc des Princes von Paris St. Germain. Die rund 250 Fussball-Aficionados auf der Kleinen Allmend wurden jedoch Zeugen eines wahren Spektakels. So setzten sich die Frauenfelder in einem regelrechten Krimi nach 120 Spielminuten und 26 (!) Elfmetern durch und stehen nun in der dritten Cup-Vorrunde. Heldenstatus beim 13:12-Sieg erlangten Torhüter Pascal Bretscher, der mit einer Parade den 25. Penalty und damit den insgesamt vierten Freischuss stoppte, sowie Captain Marius Angst, der danach mit einem Heber in guter alter Panenka-Manier alles klar machte.

Der Weltrekord bleibt den Frauenfelder indes verwehrt. Im Juni 2016 trennten sich die beiden tschechischen Amateurvereine SK Batov und FC Frystak 22:21 – nach insgesamt 52 Versuchen. Mit Rückblick auf die teils kläglichen Schweizer Elfmeterschützen an Endrunden könnte ein Anruf von Nati-Trainer Vladimir Petkovic nach Frauenfeld für die bevorstehende WM im Juni in Russland also Wunder bewirken.

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch