Larry schaut den Damen in die Augen

MÜNCHWILEN. Mit Blues und Disco Fox lässt es sich gut ins neue Jahr rutschen. Das bewies die doppelte Silvesterfeier im Münchwiler Dance Inn. Im einen Saal gab es Blues, im anderen Tanzmusik.

Michael Hug
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Larry Schmuki mischt sich samt Gitarre unters Publikum. (Bild: Michael Hug)

Larry Schmuki mischt sich samt Gitarre unters Publikum. (Bild: Michael Hug)

Larry lässt die Gitarre kreischen. Larry geht ins Publikum, schaut den älteren Damen tief in die Augen. Larry spielt zum Jahreshöhepunkt. Larry gibt alles. Larry Schmuki und seine Blues Band spielen sich durchs klassische Blues-Repertoire der vergangenen hundert Jahre. Damit kommt er an beim Publikum, der alte Haudegen der Schweizer Blues-Szene. Seit 40 Jahren ist er im Geschäft und hat schon so manche Party erlebt. An der Silvesterfeier in der Bluesfabrik in Münchwilen haben er und seine Männer die Aufgabe, das Publikum in Stimmung zu bringen für den grossen Act zum Jahresschluss: das «Rüberrutschen» ins neue Jahr.

Eine lange Nacht

Diese Nacht würde lang werden. Das wusste man, nicht nur im Dance Inn, wo zu Silvester gleich zwei Unterhaltungsabende angesagt waren. Zum einen war es im vorderen Saal das Doppel-Blueskonzert mit «Larry's Blues Band» und der «Elias Bernet Blues Band». Zum anderen im hinteren, grossen Tanzsaal der Tanzabend mit Showeinlagen. Hüben wie drüben war bis auf die Musik fast dasselbe Programm angesagt: Apéro und Dinner, dann Konzert und Tanz, dann Cüpli zum Anstossen um Mitternacht und dann wieder viel Musik bis zum Morgengrauen.

Bei den Bluesern schnuppern

Der Silvesteranlass im Tanzsaal des Dance Inn hat sich bereits etabliert. Tanzend das neue Jahr zu beginnen, ist wohl eines der schönsten Vergnügen überhaupt, und die Gelegenheit nutzten deshalb viele. Gleichzeitig machten die Neugierigen im Tanzpublikum erstmals auch von der Möglichkeit Gebrauch, bei den «Bluesern» im Saal nebenan zu schnuppern. «Das hätte ich nicht gedacht, dass der Blues so eine gute Stimmung erzeugen kann», sagte ein neugieriger Tänzer. In der Tat: Blues macht Stimmung, und es lässt sich sogar tanzen dazu, vielleicht nicht ganz so elegant und beschwingt wie bei Walzer oder Rock'n'Roll – und deshalb liessen es die meisten wohl auch sein.

Der Silvester-Blues-Anlass dagegen fand zum erstenmal statt. Die Organisatoren um Urs Stäheli und Ruedi Laubacher waren vom Glück begünstigt, denn auch hier war der Saal gut besetzt. Überhaupt sei er, sagte Ruedi Laubacher, mit dem ersten Jahr der neuen Blueskonzert-Reihe zufrieden: «Gute Dinge brauchen ihre Zeit. Wir machen weiter.»