LANZENNEUNFORN: Gestohlener Welpe ist wieder aufgetaucht

Eine Welpe aus einer Zucht bei Frauenfeld war am Donnerstag plötzlich verschwunden. Der Züchter vermutete einen Diebstahl. Doch am späten Freitagnachmittag tauchte der Hund unter nebulösen Umständen wieder auf. Den Züchter Andreas Aeschbacher und seine Familie freut’s.

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Der Wachtelwelpe "Coco". (Bild: PD)

Der Wachtelwelpe "Coco". (Bild: PD)

Der Termin war vereinbart, die Papiere lagen bereit. Jagdaufseher Christian Jaques wollte am Donnerstagmittag bei Züchter Andreas Aeschbacher in Lanzenneunforn Hundewelpe Cilia abholen. Doch Cilia, eine reinrassige Deutsche Wachtelhündin, war über Nacht verschwunden, mutmasslich gestohlen. Die Tat muss zwischen Mittwochabend und dem Termin der Übergabe passiert sein, so die Meinung der beiden Jäger. Züchter Andreas Aeschbacher hatte am Freitag bei der Kantonspolizei Thurgau eine Vermisstenanzeige gemacht.

Doch noch am Freitagabend löste sich alles in Minne auf, wie ein sichtlich erleichterter Andreas Aeschbacher gegenüber unserer Zeitung sagte. «Es hat sich jemand bei mir gemeldet, ich kann das Tier abholen gehen.» Die Umstände des Verschwindens will er nicht kommentieren.

Kundschafteten Diebe die Lage aus?

Die Geschichte um den mutmasslich gestohlenen Rassehund beschäftigte gestern die Facebook-Gemeinde, nachdem erste Beiträge über den Hunde-Klau die Runde gemacht hatten. Der Eintrag der Tochter des Hundezüchters wurde 400-mal geteilt. Der alte und der künftige Besitzer Cilias hatten Grund zur Vermutung, dass der Hund gestohlen wurde. Zwei Männer, so berichten sie, hätten sich am Mittwochabend bei Aeschbacher nach einer Wachtelhündin erkundigt. Der Züchter habe seinem Besuch darauf erklärt, dass er einen weiblichen Welpen habe, dieser aber bereits reserviert sei und anderntags abgeholt werde. Als Andreas Aeschbacher – den man in der Region als Jäger, Spargelbauern und Bauchredner kennt – am Donnerstag gegen Mittag vom Markt zurückkehrte und die Übergabe des Welpen vorbereiten wollte, stellte er fest, dass Cilia fehlte.

Christian Jaques, der Präsident des Verbandes Jagd-Zürich, vermutete gar, dass organisierte Banden hinter dem Diebstahl stecken. «Es ist zu befürchten, dass die junge Rassehündin in einer illegalen Zucht in Osteuropa landet», sagte er. Der Deutsche Wachtelhund sei ein typischer Jagdhund, der in Jägerhände gehöre und nur unter Jägern den Besitzer wechsle. Für Welpen mit Abstammung werden Preise um 1500 Franken bezahlt.

Auf der zentralen Datenbank für Hunde registriert

Junghündin Cilia jedenfalls, die Jaques in Coco umtaufen will, ist gechippt und auf der zentralen Hundedatenbank Anis registriert. «Ein Diebstahl wäre aufgeflogen, sobald jemand mit dem Tier in der Schweiz oder im umliegenden Ausland zum Tierarzt gegangen wäre», sagt Jaques.