Langsamverkehr kommt nicht auf Touren

Velofahrer und Fussgänger müssen sich noch gedulden. Das Konzept für einen attraktiveren Langsamverkehr im Kanton Thurgau ist noch nicht erstellt. Nächsten Sommer soll es so weit sein. Bisher seien drei Arbeitspapiere ausgearbeitet, teilt der Kanton mit.

Silvan Meile
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Ein Rad- und Fussweg in Matzingen. (Bild: Donato Caspari)

Ein Rad- und Fussweg in Matzingen. (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Der Weg für den Langsamverkehr soll im Thurgau weiter geebnet werden. Vor eineinhalb Jahren verlangte der Grosse Rat ohne Gegenstimme ein Konzept, das aufzeigt, wo genau im Kanton Handlungsbedarf besteht, um Velofahrern und Fussgängern die Fortbewegung zu erleichtern. Doch statt nach über 18 Monaten auf die Zielgerade einzubiegen, scheint die Planung des Langsamverkehrs noch immer nicht richtig aus den Startlöchern zu kommen.

Im Sommer soll's so weit sein

«Wir stehen noch am Anfang», sagt Andreas Schuster, stellvertretender Leiter des kantonalen Tiefbauamtes. Obwohl für die Ausarbeitung des Thurgauer Langsamverkehrskonzepts bereits einmal Verlängerung beantragt wurde, wie Vera Zahner, Präsidentin von Pro Velo Thurgau, weiss. Gespannt warte sie aufs Konzept.

«Mitte nächsten Jahres», sagt Schuster, «soll es so weit sein.» Dann sei geplant, dem Regierungsrat ein Papier vorzulegen, auf dem bezüglich Langsamverkehr im Thurgau auch etwa konkrete Schwachstellen aufgelistet sind. Daraus sollten dann Massnahmen abgeleitet werden. Diese würden dann gemäss Schuster nach ihrer Dringlichkeit gewichtet und die dafür nötigen Kosten vermerkt werden.

Noch nicht ins Rollen gekommen

Gestern verschickte der Kanton eine Mitteilung zum Stand der Förderung des Langsamverkehrs. Drei Arbeitspapiere seien ausgearbeitet worden, heisst es darin. Diese tragen die Titel «Zielsetzung», «Lagebeurteilung» sowie «Vision und Strategie». Der Thurgau soll etwa zum Radfahren einladen. Ein dichtes Netz an Fuss- und Radwegen soll erschlossen werden. Noch ist aber nicht bekannt, wo angefangen werden soll. «Die Mutter aller Ziele ist, den Anteil an Langsamverkehr zu erhöhen», sagt Schuster. Dieses Ziel formulierte bereits der Grosse Rat. Vielleicht brauche es auch noch eine kantonale Fachstelle für Langsamverkehr, sagt Schuster: «Zum Beispiel eine Anlaufstelle für Gemeinden.» Auch dies forderte bereits eine Motion im Grossen Rat. Noch scheinen die Pläne zur Verbesserung des Langsamverkehrs nicht richtig ins Rollen gekommen zu sein.

Ursprung in einem Vorstoss

Den Anstoss zu einem kantonalen Konzept zur Förderung des Langsamverkehrs kam aus einem Vorstoss von Kantonsrat Toni Kappeler (Grüne, Münchwilen) und Barbara Kern (SP, Kreuzlingen). Sie waren gestern beide nicht für eine Stellungnahme erreichbar.