Lange Leitung zum Unglücksort

Das Tanklager in Dotnacht brannte und die örtliche Feuerwehr war mit den eigenen Mitteln überfordert. Nun wurde die Armee zur Unterstützung aufgeboten. Das war das Szenario einer Übung vom Donnerstag.

Kurt Peter
Drucken
Teilen
Die Sprinkler für die Tanklagerkühlung müssen versorgt werden. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Die Sprinkler für die Tanklagerkühlung müssen versorgt werden. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

KEMMENTAL. Die Übungsannahme bestand in einem terroristischen Anschlag auf das Tanklager in Dotnacht. Dabei handelt es sich um ein nationales Pflichtlager der schweizerischen Mineralölwirtschaft. Die Feuerwehr Kemmental war mit ihren eigenen Mitteln überfordert und bat über den kantonalen Führungsstab die Armee um Hilfe. Der Auftrag an das Katastrophenhilfs-Bataillon 23 lautete: Lieferung von Wasser aus dem Bodensee. «In Dotnacht müssen die Sprinkler für die Kühlung der Tanks in Betrieb gehalten werden», erklärte Presse- und Informationsoffizier David Rickenbach am Bottighofer Hafen.

Ausserdem müsse Wassernachschub für den Einsatz von Löschschaum vorhanden sein.

Knifflige Situation

Von Bottighofen aus musste eine acht Kilometer lange Druckleitung bis zur Unglücksstelle verlegt und dabei 180 Höhenmeter überwunden werden.

Dazu nötig war der Einsatz von 200 Mann, zehn Pumpen und zehn grossen Wasserbecken mit bis zu 50 000 Litern Inhalt. Die Schläuche befinden auf einem Lastwagen und werden abgerollt. «Auf geraden Strecken können wir bis zu zehn Stundenkilometer schnell sein, das ist purer Stress für die Mannschaft», meinte Rickenbach.

Besonders knifflig war die Situation in Bottighofen. Vom Hafen bis zur Lengwilerstrasse musste die Druckleitung durch das Dorf geführt werden. Die Einsatzleitung beschloss, das Bett des Stichbachs zu nutzen, um die vielbefahrene Hauptstrasse zu unterqueren und so einen grossen Stau zu vermeiden. Zudem musste nördlich der Hauptstrasse ein erstes grosses Wasserbecken installiert werden.

Schlauch platzt, Übung fertig

David Rickenbach konnte in der Bilanz eine positive Stimmung der Truppe ausmachen. «Der Teamgeist war gut, der Einsatz grossartig». Dass bis Mitternacht dennoch kein Wasser bis ans Tanklager gepumpt werden konnte, lag an einem geplatzten Schlauch. Der Zwischenfall habe sich auf der Steigung zwischen Bottighofen und Lengwil ereignet, konnte Rickenbach feststellen. In einem Abschnitt also, auf dem mit viel Druck gearbeitet werden musste. Eine Reparatur kam schliesslich nicht mehr in Frage. «Die Übung musste in der Folge leider abgebrochen werden, denn auch unsere Fahrer müssen sich an die Ruhezeiten halten», erklärte der Presseoffizier. Der Truppe blieb nichts anderes mehr übrig, als das Material wieder abzuräumen. Diese Arbeiten seien um 5 Uhr morgens erledigt gewesen, schloss David Rickenbach seine Bilanz der Übung.

Das Seewasser wird in ein Zwischenbecken geleitet. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Das Seewasser wird in ein Zwischenbecken geleitet. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Soldaten verlegen eine acht Kilometer lange Schlauchleitung von Bottighofen nach Dotnacht. (Bilder: Donato Caspari)

Soldaten verlegen eine acht Kilometer lange Schlauchleitung von Bottighofen nach Dotnacht. (Bilder: Donato Caspari)