Lärmen, saufen, schlägern

Verantwortungsvoll umgehen mit dem öffentlichen Raum: Das sollen die Schüler des GBS St. Gallen während einer Sonderwoche lernen.

Tim Naef
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ST. GALLEN. Im Rahmen der Sonderwochen «Gemeinsam mit Respekt» des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen (GBS) mimen professionelle Schauspieler eine Schlägerei. Das ist einer der Workshops, in dem sich über 1100 Schüler mit den Themen Gewalt, Zivilcourage, Alkohol, Lärm und Littering auseinandersetzen. «Ziel ist es, den Schülern zentrale Werte unserer Gesellschaft aufzuzeigen und näherzubringen», sagt Lukas Reichle, Rektor des GBS. «Dabei wollen wir aber nicht belehrend wirken. Mit Hilfe der Workshops können wir in die Welt der Jugendlichen eintauchen und ihnen auf diese Weise auf Augenhöhe begegnen.» Zu Beginn des halbtägigen Programms treffen sich die Schüler im Talhof in St. Gallen. Jugendpolizisten referieren dabei über das Verhalten im öffentlichen Raum.

Es werden Beispiele für die verschiedenen Themenfelder und deren Konsequenzen für die Betroffenen aufgezeigt. Danach teilen sich die Lernenden in Gruppen auf und verteilen sich auf die Workshops.

Die Folgen des Komatrinkens

In der Grabenhalle informiert das städtische Amt für Umwelt und Energie über das Thema Schall und Lärmbelästigung. In einem Simulator können die Schüler austesten, wie viele Dezibel sie ihren Anwohnern zumuten wollen. In der Brühlpark-Unterführung geht es bei der Stiftung Suchthilfe um die häufigsten konsumierten alkoholischen Getränke und deren Einfluss auf den Promillewert. Gleichzeitig werden die Jugendlichen über die Folgen des immer häufigeren Phänomens «Komatrinken» informiert. Unmittelbar daneben zeigt das Jugendsekretariat mit Hilfe von Schauspielern, wie man sich bei einer Schlägerei richtig verhalten sollte. Ein weiteres Thema ist Littering – die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt will die Lernenden auch in diesem Bereich sensibilisieren.

«Chance auf Selbstreflexion»

«Wir versuchen die Jugendlichen zu erreichen», sagt Rektor Reichle. «Sie sollen sich ernst genommen fühlen. Dann ergibt sich auch die Chance auf Selbstreflexion, und sie werden sich ihrer Eigenverantwortung bewusst.» Die GBS habe nicht nur die Aufgabe, die Lernenden auf das Berufsleben vorzubereiten. «Genauso wichtig ist es, dass sie gesellschaftsfähig werden.»

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