Läck du mir am Tschööpli

ResTZucker

David Angst
Drucken
Teilen

Wer hätte gedacht, dass das Trio Eugster nach 47 Jahren recht behalten würde, als es im Lied «Oh läck du mir am Tschööpli» gegen Ende zunächst singt: «Chumm mir gönd go Beeri sueche, s’isch ja gar kein Wolf im Wald» und dann «Am föifi chunnt de Wolf.» Allein die Tatsache, dass Guido, Alex und Vic bereits 1970 die Wiederkunft des Wolfes vorhersagten, befördert die Eugster-Brüder in die Champions League der Propheten.

Denn in der 1970 geltenden göttlichen Ordnung hatte der Wolf keinen Platz. Er existierte – wie das Frauenstimmrecht – höchstens in literarischer Form. Und obschon damals viele glaubten, die Rückkehr des Wolfes sei fast wahrscheinlicher als das Frauenstimmrecht, so kam jenes bereits 1971, während der Wolf nochmals 46 Jahre warten musste.

Nun gut, gesehen hat ihn ja noch niemand. Es könnte sich also auch um einen PR-Gag handeln. Die Frage ist, von wem. Sicher nicht von den Gebrüdern Koch. Diese Kommunikationsagentur glaubt ja an den Ausbruch des Löwen zu Olmabeginn am 12. Oktober.

Und tatsächlich gibt es eine Prophezeiung des Orakeltrios, das auf eine Raubkatze hindeutet. Im Lied haben nämlich Guido, Alex und Vic auch folgende Zeilen eingebaut: «Aazele, Böle schele, d’Chatz gaht uf Waliselle. Chunnt si wieder hei, het si chrummi Bei.» Es könnte sich aber auch um das Logo handeln, von dem Andreas Hostettler behauptet, es sei ein Hund, das aber vom Trio Eugster für eine Raubkatze gehalten wurde. Der Sportartikelverkäufer Puma behauptet ja etwas Ähnliches.

David Angst

david.angst@thurgauerzeitung.ch