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KYBUNPARK: Doch noch Kunst am Stadion?

Die Stadion St. Gallen AG stellt an ihrer Generalversammlung ein Kunst-am-Bau-Projekt in Aussicht.

2008 wurde das neue St. Galler Fussballstadion in Winkeln eröffnet, nächstes Jahr steht demnach der zehnte Geburtstag an. Mit einem Stadionfest soll das Kind, das bekanntlich bereits den Namen gewechselt hat (Kybunpark, gemäss Namensrechtkäufer, dem Thurgauer Schuhhersteller Kybun), vom 25. bis 27. Juni 2018 gefeiert werden. Die Stadion AG als Hauseigentümerin stellt ein spezielles Geschenk in Aussicht, wie ihr Präsident Max R. Hungerbühler am Donnerstag an der 17. Generalversammlung sagte: «Wir sind guter Dinge, dass das seit Jahren geplante Projekt ‹Kunst am Bau› auf das Zehn-Jahr-Jubiläum realisiert werden kann.» Es fanden Gespräche mit Institutionen über Beiträge statt, doch ist die Finanzierung noch nicht gesichert.

Sonniers Lichtinstallation auf dem Dach zu teuer

Eigentlich hätte die Kunst 2008 zur Stadioneröffnung montiert werden sollen: Aus einem von Kunstmuseumsdirektor Roland Wäspe geleiteten Wettbewerb unter international bekannten Künstlern (Christoph Rütimann, Karin Sander, Keith Sonnier, Erwin Wurm, James Turell) war eine Lichtinstallation des New Yorkers Keith Sonnier als ideales Projekt hervorgegangen. Auf dem Dach des Shoppingcenters sollten Buchstaben leuchten, das Stadion selber wäre in farbiges Licht getaucht worden. Doch es blieb bei der Wunschvorstellung: Sonniers Lichtkunst hätte rund zwei Millionen Franken gekostet, davon 900000 Franken Künstlerhonorar. Zwar war die St. Galler Regierung bereit, für die Kunst am «gesellschaftlich bedeutenden» Bau 650000 Franken aus dem Lotteriefonds beizusteuern, doch der Kantonsrat lehnte klar ab. Dies, obwohl der Kanton sein Engagement an die Bedingung geknüpft hätte, dass die Stadion AG das Projekt in «mindestens gleicher Höhe» mitfinanzieren müsste. Heute ist Sonnier kein Thema mehr. Das Projekt des Amerikaners sei «zwar künstlerisch eine Wucht» gewesen, sagt Hungerbühler auf Anfrage, «aber finanziell weit ausserhalb des für uns Möglichen». Die Stadion AG verfolge daher «eine günstigere Variante», die allerdings auch rund eine halbe Million koste. «Die haben wir noch nicht zusammen, aber das kann noch werden.»

Stirnrunzeln über teureren Apparat der Event AG

Mit Blick auf die Finanzen bleibt die Stadioneigentümerin wachsam: Hungerbühler lobte die FC St. Gallen Event AG, die den Mietzins «stets pünktlich» bezahlt habe. Keine Selbstverständlichkeit im Fussballgeschäft, wie jüngst die Fälle Luzern oder Thun gezeigt hätten.

Das Stirnrunzeln angesichts der höheren Kosten sei dem Umstand geschuldet, dass die Stadion AG «nur einen Mieter und damit ein Klumpenrisiko» habe und dass er nach 30 Jahren im FCSG «in diverse Sanierungen» involviert gewesen sei. Die Stadionaktionäre hoffen, dass das Team bessere Resultate erzielt und international mitspielt. Eine Frage der Spielkunst, mit oder ohne Kunst am Bau.

Marcel Elsener

marcel.elsener@ostschweiz.ch

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