KVA sammelt Kunststoffabfälle

WEINFELDEN. Der Verband KVA Thurgau geht landesweit voraus und beginnt mit der Sammlung von Verpackungskunststoffen. Der gebührenpflichtige Sack wird vorerst nur bei den Regionalen Annahmezentren erhältlich sein.

Kurt Peter
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Kunststoffabfälle wie diese leeren Plastikflaschen können bald mit einem KVA-Sack gesammelt werden. (Bild: Nana do Carmo)

Kunststoffabfälle wie diese leeren Plastikflaschen können bald mit einem KVA-Sack gesammelt werden. (Bild: Nana do Carmo)

Erst am Ende der Delegiertenversammlung des Verbandes KVA Thurgau wurde eifrig diskutiert. Ausgelöst wurde die Debatte durch die Ankündigung von Peter Steiner, Vorsitzender der Geschäftsleitung, dass der Verband ab Spätsommer dieses Jahres mit der Sammlung von Verpackungskunststoffen starten wird. Kunststoffrecycling sei ein wichtiges Thema, erklärte er.

Eine Umfrage habe gezeigt, dass 88 Prozent der Bevölkerung bereit seien, Kunststoffe im Haushalt separat zu sammeln, und ein so genanntes Bring-System bevorzugten. Daher habe der Verband beschlossen, eine gebührenpflichtige Sammlung einzuführen. «Um Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln, werden die Säcke zu Beginn nur bei den Regionalen Annahmezentren der KVA sowie den Easydrives des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid verkauft. Sie müssen auch dort wieder abgegeben werden», erklärte Peter Steiner. Angedacht sei ein Preis von zwei Franken für den 60-Liter-Sack.

Delegierte überrascht

Die Delegierten erfuhren von dieser Massnahme erst an der Versammlung am Mittwochabend. Die Gemeindevertreter machten sich vor allem Sorgen um ihre eigenen, meist kleinen Entsorgungsstellen. Sie fürchteten eine zusätzliche Belastung. Zudem wurde der Wunsch geäussert, die Gemeinden in dieser Frage besser zu informieren und die Zusammenarbeit von Anfang an zu intensivieren. Peter Steiner versprach bei Problemen Hilfestellung und die Suche nach Lösungen.

Verwaltungsratspräsident Reto Stähli hatte zum ersten Mal die Leitung der Delegiertenversammlung. Er sprach in seiner Begrüssung von zahlreichen Sitzungen und Diskussionen über innovative Projekte. So sei das Sammellos inklusive der Fahrzeuge neu ausgeschrieben worden. «Positiv entwickelt sich die Zahl der Unterflur- und Halbunterflurcontainer», gab er weiter bekannt. Doch es gab auch weniger Erfreuliches zu berichten: «Ein hart umkämpfter Abfallmarkt, sinkende Energiepreise und die Frankenstärke machen uns Sorgen.»

Knapp hinter Rekordjahr

Mit 149 200 Tonnen Abfall lag 2014 nur knapp hinter dem Rekordjahr 2013. Die Menge an Papier und Karton nimmt seit Jahren ab, erreichte 2014 noch 15 000 Tonnen. «Das ist auf das Konsumverhalten der Bevölkerung zurückzuführen», meinte Peter Steiner. Die Sammelmengen beim Glas blieben mit 6900 Tonnen stabil, ebenso die Mengen an Alu- und Blechdosen. Die KVA Thurgau konnte im Berichtsjahr 237 Gigawattstunden Gesamtenergieabgabe verzeichnen, und die Wärmeabgabe konnte dank des Anschlusses des Berufsbildungszentrums Weinfelden gesteigert werden.

Die Betriebsrechnung 2014 schloss mit einem Gewinn von 2,113 Millionen Franken. Zu diesem Erfolg trugen höhere Erträge bei den Direktanlieferern aus dem Kanton und externen Direktanlieferern bei. Auch der Erlös aus dem Dampfverkauf konnte auf fast 9 Millionen Franken gesteigert werden. Vom Gewinn werden 1 Million Franken als Rückstellungen für Währungsschwankungen und 1,13 Millionen für zusätzliche Abschreibungen auf der Anlage der KVA verwendet.