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KULTURPREIS: Wortlos alles sagen können

Er macht nicht viele Worte, setzt ganz auf Emotionen: Clown und Pantomime Olli Hauenstein ­ aus Sommeri. Dafür hat er die höchste Kulturauszeichnung des Thurgaus erhalten.
Dieter Langhart
Die Schweizer Jassfreunde im Schatten des Schlosses (Bild: Mario Testa)

Die Schweizer Jassfreunde im Schatten des Schlosses (Bild: Mario Testa)

Dieter Langhart

dieter.langhart@thurgauerzeitung.ch

Ein Clown, der reden kann? Und ob. Wenn Olli Hauenstein über seine Arbeit spricht, kann es nur so aus ihm heraussprudeln. Er braucht die Wörter, um über seine Arbeit zu reden und über sich selbst. Auch auf der Bühne verlässt er oft die sprachlose Kunst, doch dann muss sich die Sprache den Gefühlen, den Bewegungen unterordnen. «Kontrolliert Euch nicht, denkt nicht zu viel darüber nach, was Ihr macht», sagt er zu seinen Bühnenpartnern.

Über Jahre war er erfolgreich unterwegs mit dem Comedy Express, einer eingeschworenen Truppe der Bildungsstätte Sommeri. Olli Hauenstein liegt viel an der künstlerischen Arbeit mit beeinträchtigten Menschen.

Das Handicap wird zum Talent

Seine jüngste Produktion heisst «Clown Syndrom». «Das Down-Syndrom Eric Gadients wird völlig unwichtig», sagt Hauenstein. «Ich bin im Stück Regisseur und Bühnenpartner zugleich.» Er reagiere auf die Figur, die Eric einfach sei, begebe sich auf das Level seines Bühnenpartners und seiner Ausdrucksformen. «Die kognitive Beschränkung kann eine Chance sein, das Handicap wird zum Talent.»

Als der 64-Jährige den Kulturpreis am 15. November überreicht bekam, kommentierte er den Entscheid der Kulturkommission mit Schalk in den Augen: «Sie hat eine gute Wahl getroffen.» Und fügte an: «Kreativität ist in gewissen Belangen auch ein Handicap.» Er sei ein chaotischer Schaffer und auch ein Erschaffer von Chaos. Olli Hauensteins Probebühne ist daheim im Bauernhaus, seine Frau Ulrike ist ihm kritischer Spiegel und rechte Hand zugleich.

Nach der Matur studierte er bei Roy Bosier in Rom, dann in Budapest. Da lernte er Illi Szekeres kennen, sie tourten als Illi und Olli. Nach der gemeinsamen Zeit musste er wieder bei Null beginnen, um als Solist zu bestehen, mit «Piano & forte» oder «Fool Position».

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