KULTURFÖRDERUNG: Mit drei Skulpturen durch die Wüste

Feier im Kunstraum Kreuzlingen für aufstrebende Talente: Sechs Kulturschaffende aus dem Thurgau haben auch dieses Jahr einen der mit je 25000 Franken dotierten Förderbeiträge erhalten.

Claudia Schumm
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Freuen sich über den Förderbeitrag: Christoph Hartmann, Sara Widmer, Raphael Jost, Reto Müller, Tabea Steiner, Sebastian Stadler. (Bild: Claudia Schumm)

Freuen sich über den Förderbeitrag: Christoph Hartmann, Sara Widmer, Raphael Jost, Reto Müller, Tabea Steiner, Sebastian Stadler. (Bild: Claudia Schumm)

Claudia Schumm

thurgau@thurgauerzeitung.ch

Rund hundert Kulturschaffende, Kulturinteressierte und Angehörige sind der Einladung des Kulturamtes des Kantons Thurgau zu den Würdigungen und der Übergabe der Förderbeiträge an sechs Kulturschaffende gefolgt. The Speakeasy Trio hat die Feier musikalisch begleitet.

Regierungsrätin Monika Knill gratulierte in ihrer Ansprache den Künstlerinnen und Künstlern und betonte die Wichtigkeit der Kultur für den Kanton und insbesondere für die Städte. «Kulturinstitutionen wie der Kunstraum Kreuzlingen, das Theater an der Grenze, das Kabarett in Kreuzlingen (KiK) oder das Bodmanhaus in Gottlieben sind bedeutende Anziehungspunkte für viele Besucherinnen und Besucher – auch aus Konstanz.» Mit den Förderbeiträgen würden einmal pro Jahr aufstrebende Talente aus dem Thurgau gefördert, sagte Monika Knill. «Durch Ihre Kunst halten Sie unseren Kanton lebendig und tragen zu seinem positiven Image bei», sagte sie zu den Künstlerinnen und Künstlern.

Besondere Begabungen aus drei Sparten

Aus 49 Bewerbungen wurden von der Fachjury in diesem Jahr sechs Kulturschaffende aus den Sparten Bildende Kunst, Literatur und Musik ausgewählt – alle mit Thurgauer Wurzeln. Reto Müller, bildender Künstler, der zusammen mit seinem Künstlerkollegen Vincent Hofmann nach Marokko gereist ist, um drei seiner Skulpturen von einer marokkanischen Kamerafrau in der Wüste filmen zu lassen. Die Autorin Tabea Steiner, die gerade ein Buch schreibt: über ein Dorf mit seinen Traditionen und Hierarchien und über die von der Dorfbevölkerung mit Misstrauen verfolgte Freundschaft zwischen einem Buben und einem alten Mann. Raphael Jost, Pianist, Sänger, Songwriter und Bandleader, der schon an mehreren Schweizer Jazzfestivals Konzerte gegeben hat und jetzt sein zweites Album produziert. Sebastian Stadler, der fotografiert und Videos dreht, viel auf Reisen fotografiert und Bilder von Webcams der finnischen Transportbehörden gesammelt und daraus ein Buch erstellt hat. Musiker und Unterhalter Christoph Hartmann, der eine abendfüllende Komposition plant, bei der sich alles um das Lied «O Thurgau, du Heimat» dreht. Einen Förderbeitrag hat auch die bildende Künstlerin Sara Widmer erhalten, die sich von Begegnungen im Alltag inspirieren lässt. Im Künstlerkollektiv CKÖ macht sie den öffentlichen Raum mit Interventionen zum Ort der Kunst. So leuchtete etwa auf dem Dach der ehemaligen Hauptpost in Zug die Frage «Wo bist du – wer bist du?».

Was ist nötig für den Erfolg als Künstler?

Alle sechs Kulturschaffenden verfügen über eine besondere künstlerische Begabung und einen entsprechenden Leistungsausweis. Was aber braucht es, um Erfolg zu haben? «Durchhaltevermögen, Konsequenz, Leidenschaft und Glück», sagen Reto Müller, Sebastian Stadler, Christoph Hartmann und Raphael Jost. «Man muss es wollen, ganz viel Freude an der Materie und viel Biss haben», fügen Sara Widmer und Tabea Steiner hinzu.

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