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KULTUR: Seine Bühne ist ein Linienbus

Im Hinterthurgau halten sich diverse Sagen. Oliver Kühn vom «Theater Jetzt» erzählt in der kommenden Woche einige davon. Und zwar während einer Busfahrt durch das Tannzapfenland.
Simon Dudle
Oliver Kühn vom «Theater Jetzt» alias Max wie er leibt und lebt: Anfang Mai erzählt er im Nachtbus Sagen. (Bild: PD)

Oliver Kühn vom «Theater Jetzt» alias Max wie er leibt und lebt: Anfang Mai erzählt er im Nachtbus Sagen. (Bild: PD)

Simon Dudle

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

«Max hat ein Alkoholproblem und muss die Leute belehren. Er glaubt mit einer gewissen Unverfrorenheit an die Sachen, die in der Sage erzählt werden. Kein Wunder, er stammt ja auch aus jener Zeit des 19. Jahrhunderts», sagt Oliver Kühn vom «Theater Jetzt». Er beschreibt damit seine Rolle, die er Anfang Mai an vier Abenden einnehmen wird. Dann wird Max mit einem normalen Linienbus von Wilmobil ins Tannzapfenland im Hinterthurgau unterwegs sein und Sagen aus dem Buch «Der Ring im Fisch» von Dino Larese erzählen.

Zum Beispiel jene Geschichte zur Entstehung des Bichelsees. Ein Ritter wollte einer alten Frau deren Wald abluchsen und bestach einen Amtsmann. Der Frau blieb nichts anderes übrig als zu beten – und prompt zog ein Unwetter auf und schuf den Bichelsee. Auch die Sage vom Kranzenberg ob Littenheid inspiriert Max. Es gibt Leute, die sagen, dass man in der tatsächlich bestehenden Ruine noch heute nachts ein Wimmern und Weinen höre. Der Popperli von Rickenbach darf auch nicht fehlen. Zu diesem Hausgeist findet nur, wer weiss, wo Gregory wohnt. Die Sage über einen Pudel im Hof zu Wil ist genauso Teil der Rundreise wie die bekannte Geschichte über «Idda von Toggenburg».

Erzählungen bei einstündiger Rundreise

«Max ist auch geschäftstüchtig. So ist die Fahrt ins Tannzapfenland zwar gratis. Um dann wieder zurück nach Wil zu kommen, ist aber ein Ablass zu entrichten», befürchtet Oliver Kühn.

Die Szenerie ist ein umgebauter Linienbus von Wilmobil. Während im vorderen Teil Reisende ganz normal von A nach B fahren, ist die Welt hinter dem Vorhang eine andere. «Schaurig schöne Sagen aus Wil, dem Hinterthurgau und dem Toggenburg werden in diesem Einmann-Grusical präsentiert», sagt Oliver Kühn. Der Bus passiert während seiner einstündigen, fahrplanmässigen Rundreise durch die Region auch jene Ortschaften, wo die Sagen spielen. Max ist zwischen dem 2. und dem 5. Mai an vier Abenden unterwegs. Der Bus verlässt jeweils um 21 Uhr, 22 Uhr und 23 Uhr den Bahnhof Wil und ist eine Stunde später wieder zurück. Da im Bus hinter dem Vorhang «nur» sechs Plätze zur Verfügung stehen, ist eine Anmeldung unter www.theaterjetzt.ch nötig.

Nicht das erste Mal ein fahrender Erzähler

Ein ähnliches Projekt hatte Oliver Kühn mit dem «Theater Jetzt» bereits im Jahr 2003 realisiert. Auch damals wurden Sagen erzählt, allerdings am Bodensee in einem umgebauten Bahnwagen, der zu einem «Sagenhaften Zug» wurde. Schon damals war der schrullige und nicht allzu intelligente Max dabei.

Dieses Mal handelt es sich um eines von insgesamt 74 Projekten im Rahmen der Kulturbühne. Kommende Woche, zwischen dem 30. April und dem 6. Mai, zeigen dabei über 100 Kulturschaffende aus der Region ihr Tun und Können.

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