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«Kultur macht stark und wach»

Die sieben Programmgruppen im Eisenwerk sagen sich: Weniger ist mehr. Sie präsentieren eine feine neue Saison und ein Öko-T-Shirt. Und suchen noch Sponsoren für die neuen Theatersessel.
Dieter Langhart
Neue Saison im Eisenwerk: Claudia Rüegsegger (l.) und Ruth Bommer mit Othmar Eder in der Shedhalle. (Bild: Donato Caspari)

Neue Saison im Eisenwerk: Claudia Rüegsegger (l.) und Ruth Bommer mit Othmar Eder in der Shedhalle. (Bild: Donato Caspari)

Dieter Langhart

dieter.langhart@thurgauerzeitung.ch

Kein Grund, das neue Programm 2017/18 bereits vorzustellen, auch wenn es noch nicht ganz vollständig ist, denn am Freitag beginnt es mit einer Vernissage. 117 Veranstaltungen soll die Kultursaison im Eisenwerk umfassen, etwas weniger als in der vergangenen Saison. In den kommenden Jahren soll sich die Zahl bei rund hundert einpendeln, da mehr Anlässe insgesamt nicht automatisch mehr Besucher bedeuten. Das sagen Ruth Bommer, Vorstandsmitglied der Genossenschaft und Leiterin des Programmausschusses, und Claudia Rüegsegger, die Leiterin der Geschäftsstelle.

Zwei rote Fäden durchziehen die kommende Spielzeit im Eisenwerk: das Wiedersehen mit alten Bekannten wie Dr. Feelgood (21.11.), Ohne Rolf (2.3.) oder Stiller Has (16.3.) – und neue Gefässe wie das Geschenk-Werk in der Shedhalle (5.11.). Da lassen sich Weihnachtsgeschenke selber basteln. «Wir wollen den Vorweihnachtsstress mindern», sagt Claudia Rüegsegger. Für den Anlass verantwortlich ist die Programmgruppe Funken, die letztes Jahr gegründet wurde und der Kulturvermittlung und Kooperation verpflichtet ist. Funken veranstaltet zudem eine Holzwerkstatt am Sommerfest (6.7.) und wieder den Stoff/Wechsel (15.9.). Neu ist zudem die Kunstbuchtauschbörse (2.12.), an der die eine oder andere Lesung oder Performance den Buchbesitzerwechsel ergänzen soll.

Nach den Lovebugs ist vor dem Jazz im Finstern

«In allen Sparten und Gefässen sehen wir Vielfalt durch Neuigkeiten vor», sagt Claudia Rüegsegger, «damit sich Bewährtes und Entdeckungswertes die Waage halten.»

«Klänge im Dunkeln» (12.1.) ist so ein Beispiel. Jazzmusiker werden in völliger Dunkelheit eine Weltreise durch die Kontinente unternehmen und sich und den Zuhörern eine sinnliche Erfahrung der andern Art bescheren als die Big Band aus sechszehn Musikerinnen (18.10.).

Das Eisenwerk holt natürlich bekannte Namen nach Frauenfeld: Lovebugs (11.11.), Pippo Pollina (30.9.) oder Baby Jail (26.10.) – letztere auf ihrer letzten Tour. Aber auch manche noch unbekannte Band soll das Publikum verleiten, sich nicht nur auf das einzulassen, was es bereits kennt. «Das ist doch eher langweilig», meint Ruth Bommer. Und begründet so: «Was nach Risiko klingt, kann sich als Entdeckung herausstellen.»

T-Shirts für die ­Crew – und für die Besucher

Ruth Bommer trägt Violett, Claudia Rüegsegger Schwarz. Also eines der neuen T-Shirts. «Kultur macht wach» und «Kultur macht stark» steht drauf. Mit den neuen, ökologisch einwandfreien Leibchen wollen die Veranstalter und Helferinnen als solche erkennbar sein, aber auch Besucher können die T-Shirts kaufen. Nur das Zauberwort – geplant sind Varianten wie «Kultur macht sexy» oder «Kultur macht reich» – ist nicht wählbar. Gut so. Denn Kultur zahlt sich immer aus.

Der Lissaboner Meister des Unscheinbaren

Für den Fotografen haben Ruth Bommer und Claudia Rüegsegger Othmar Eder zwischen sich auf das Sofa gesetzt. Der Stettfurter Künstler bestreitet das diesjährige Sommeratelier, seit vier Wochen arbeitet er im Shed. «Herrlich, dieser grosse Raum.» Für «A caminho de lá» nutzt er erneut Eindrücke und Fundstücke von seinen Aufenthalten in Lissabon, aber die Werke sind anders als jene in Steckborn vor wenigen Monaten. Auf zwei grosse Leinwände projiziert Eder Videos. In Dialog mit ihnen treten teils übermalte Fotografien von Szenen aus alten portugiesischen Schwarzweissfilmen oder rätselhaften Bildern auf Hausfassaden. Und dann geht Othmar Eder in den Untergrund. Er hat Holzdielen im Boden entfernt, zeigt in den Vertiefungen Schichten von Zeichnungen auf Transparenzpapier, die an Lissabons allgegenwärtige blaue Kacheln erinnern. Und er bespielt sogar den Küchenannex mit einem Video, projiziert auf ein hölzernes Wandregal, das der Künstler in Portugals Hauptstadt gefunden hat. «Ich liebe Nebenschauplätze», sagt Othmar Eder, dieser meisterliche Beobachter des Unscheinbaren.

Wer will einen Theatersessel sponsern?

Schwenk hinauf ins Theater. Es soll neue Sessel erhalten, Sponsoren können sich «ihren» Stuhl kaufen. Es seien noch welche zu haben, sagen Ruth Bommer und Claudia Rüegsegger.

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