Kuhställe, fette Kinder und ein paar Tränli

Ach, wäre doch alles so einfach wie ein Abend in der Kuhstallbar in Salmsach. Da summt keiner leise die Melodie von «Tränen lügen nicht», da wird gegrölt und «getöplet». Da sind Tränen genauso echt, wie auf YouTube Pandas im Schnee künstlerisch wertvoll sind.

Mathias Frei
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Ach, wäre doch alles so einfach wie ein Abend in der Kuhstallbar in Salmsach. Da summt keiner leise die Melodie von «Tränen lügen nicht», da wird gegrölt und «getöplet». Da sind Tränen genauso echt, wie auf YouTube Pandas im Schnee künstlerisch wertvoll sind. Aber das Leben ist eben keine Kuhstallbar. Die da und dort vergossenen Tränen nach der vorerst letzten Ausgabe der satirischen Wochenschau KellerSchuran sind echt. Dass Markus Keller und Uwe Schuran mittlerweile in Kreuzworträtseln Einzug halten, ist einem ein schwacher Trost.

Da stellt sich schon die Frage: Lohnt es sich noch zu bleiben, an Orten wie Wagenhausen, wo sich morden lässt, ohne dass jemand am Stammtisch davon erfährt, an Orten, umgeben von fettleibigen Migrantenkindern und Regierungsrätinnen, die nach Uelis Fischs grünen Socken geifern, an Orten, wo einen Hermann «Herminator» Lei auf der Strasse auf Türkisch grüsst?

Lichtblicke gibt es kaum. Vielleicht Stapi Anders Stokholm, der seiner Frau erzählt, er müsse in der Bechtelisnacht von Amtes wegen Notausgänge kontrollieren gehen. Ja, ja, Notausgänge kontrollieren. Oder allerhöchstens noch Stokholms Partei, die FDP, die in Frauenfeld ein Glühwein-Tram einrichten will und mit Walter Schönholzer weiter im Regierungsrat vertreten sein will. Schönholzer – bekannt von «Wo ist Walter?» – würde bei einer erfolgreichen Wahl das Häsli übernehmen. Derweil streiten sich Köbi Stark und Cornelia, wer die grössere Sau ist. Als ob die Welt keine schlimmeren Probleme hätte. Gopfertelisiech!

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