Küng fordert Engeler heraus

Lange Zeit war SVP-Gemeinderat Roman Engeler der einzige Kandidat für das Aadorfer Gemeindeammannamt. Gestern nun präsentierten FDP, CVP, SP und EVP mit dem Guntershauser Matthias Küng ihren Gegenkandidaten.

Olaf Kühne
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AADORF. «Ich bin kein Quotenkandidat», sagt Matthias Küng. Nur um dem Stimmbürger eine Auswahl zu bieten, trete er nicht an. Dabei war genau dies die Absicht der vier Aadorfer Ortsparteien FDP, CVP, SP und EVP.

Bereits vor zwei Monaten ging die SVP in die Offensive und präsentierte mit Roman Engeler ihren Kandidaten für die Nachfolge von Gemeindeammann Bruno Lüscher. «Wir haben lange in den eigenen Reihen gesucht», sagt FDP-Präsident Roland Gahlinger, «leider vergeblich.» Folglich wurde die Suche ausgeweitet. Vor einem Monat schalteten die vier Parteien in der Regional- und Lokalpresse ein Inserat. «Fünf Bewerber haben sich gemeldet, vier haben wir eingeladen», sagt CVP-Präsident Stephan Pfefferli und präzisiert: «Zwei Ausserkantonale und zwei aus der Gemeinde.»

Einstimmiger Entscheid

Aus diesen «Vorstellungsgesprächen» mit der Findungskommission resultierte Matthias Küng als Empfehlung zuhanden der Parteien. «Der Entscheid fiel einstimmig», betont EVP-Präsident Harry Leutert. Der 35-Jährige habe die Kommission mit seinen fachlichen und sozialen Kompetenzen sowie seinem engagierten Auftreten überzeugt – und nicht zuletzt, weil er seit fünf Jahren in der Gemeinde wohnt.

Welche der vier Parteien Matthias Küng nun bis zu den Gesamterneuerungswahlen vom 8. März 2015 offiziell empfehlen werden, entscheiden in den nächsten Wochen die jeweiligen Mitgliederversammlungen. «Unser Vorstand steht bereits hinter Matthias Küng», sagt SP-Präsidentin Barbara Müller.

Dieser breite Support sei für seine Kandidatur ausschlaggebend gewesen, sagt Küng. Schon länger habe er mit dem Amt geliebäugelt, sich bereits vor zwei Jahren mit Amtsinhaber Lüscher über dessen Aufgaben unterhalten.

Trotz zahlreicher Zeitungsartikel über Lüschers Rücktritt und Engelers Kandidatur hat er sich dennoch erst auf das Inserat gemeldet. «Erst als ich die vier Parteilogos gesehen habe, wusste ich, dass ich eine grosse Unterstützung und damit reelle Chancen habe», erklärt Matthias Küng sein Zögern. Roman Engeler habe als amtierender Gemeinderat und Vizegemeindeammann zwar einen «politischen Vorsprung». Zudem stehe mit der SVP die wählerstärkste Partei hinter ihm. Mit gleich vier Parteien im Rücken geht Küng aber zuversichtlich in den Wahlkampf.

Küng will Partei beitreten

Noch ist der Guntershauser parteilos. Das soll sich aber noch während des Wahlkampfes ändern. Welcher Partei er bald beitritt, will Küng noch nicht verraten. Nur soviel: «Ich bin ein liberaler Mensch, als zweifacher Vater aber auch an Familienfragen interessiert. Politisch stehe ich in der Mitte.»

Letztlich müsse er aber auch den Wählern gegenüber Farbe bekennen. Für Küng eine neue Erfahrung. Zwar ist er beruflich seit 20 Jahren auf Gemeindeebene tätig (siehe Kasten), aktuell als Gemeindeschreiber und Verwaltungsleiter im zürcherischen Pfungen. «In dieser Funktion sehe ich es aber fast als meine Pflicht, politisch neutral zu bleiben.»

Damit dürfte es nun bald vorbei sein – spätestens wenn der Wahlkampf Fahrt aufnimmt. Denn auch Roman Engeler liess keinen Zweifel daran, dass auch seine Kandidatur durchaus ernst gemeint ist. Wie genau die beiden gegeneinander antreten werden, ist noch offen. Die Parteipräsidenten stellen ein Podium in Aussicht. Der Rest sei dann Sache der einzelnen Parteien – und natürlich der Kandidaten.

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