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KÜMMERTSHAUSEN: Fall Kümmertshausen: Urteil gegen einen Mitangeklagten ist unzulässig

Ein Mann, der wegen der Beteiligung an einem Tötungsdelikt an einem IV-Rentner in Kümmertshausen verurteilt worden ist, muss nochmals vor Gericht gestellt werden. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Wann der Prozess gegen die vier mutmasslichen Haupttäter stattfindet, ist noch unklar.
In diesem Haus in Kümmertshausen wurde der Tote entdeckt. (Bild: Archiv/Reto Martin)

In diesem Haus in Kümmertshausen wurde der Tote entdeckt. (Bild: Archiv/Reto Martin)

Das Bundesgericht habe in seinem Entscheid vom 23. Mai das Urteil gegen den Mitangeklagten Mann im Fall Kümmertshausen aufgehoben und den Entscheid des Thurgauer Obergerichts geschützt, teilte der Mediensprecher des Thurgauer Obergerichts am Freitagnachmittag mit.

Eine Reihe an Delikten
Das Tötungsdelikt geschah im November 2010 im Weiler Löwenhaus bei Kümmertshausen im Thurgau. Opfer war ein 53-jähriger IV-Rentner, der Kontakt zu türkisch-kurdischen Kreisen hatte. Der allein lebende Mann war durch eine brutale Knebelung gestorben. Im Lauf der Strafuntersuchung konnten neben dem Tötungsdelikt auch eine Reihe schwerer Betäubungsmitteldelikte, Erpressungen und gewerbsmässiger Menschenschenschmuggel aufgedeckt und aufgeklärt werden.

Wann der Prozess, der wegen der zahlreichen Angeklagten zu den komplexesten Strafverfahren im Thurgau gehört, stattfinden wird, ist laut dem Bezirksgericht Kreuzlingen noch offen. Insgesamt laufen in der Schweiz Verfahren gegen zwölf Beschuldigte, wie Thomas Pleuler, Richter am Bezirksgericht Kreuzlingen, der Nachrichtenagentur sda sagte. Zwei Beschuldigte würden in der Türkei vor Gericht gestellt.

Umstrittener Sachverhalt
Drei Beschuldigte müssen sich laut Pleuler wegen vorsätzlicher Tötung verantworten. Nach dem Bundesgerichtsentscheid muss die Thurgauer Staatsanwaltschaft nun gegen den vierten mutmasslich am Tötungsdelikt Mitbeteiligten eine neue Anklage erheben und ihn zusammen mit den andern Beschuldigten vor Gericht stellen. Der Mann war im März 2015 vom Bezirksgericht Kreuzlingen wegen Gehilfenschaft zu vorsätzlicher Tötung und weiterer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden.

Ein Mitangeklagter focht die Verfahrenstrennung beim Obergericht an. Dieses schützte die Beschwerde und erklärte das Urteil der Vorinstanz Ende 2015 als nichtig. Es sei unzulässig, das Verfahren gegen einen von mehreren Beschuldigten abzutrennen, wenn der Sachverhalt derart umstritten sei. Es gehe um ein Kapitalverbrechen, bei welchem teilweise Freiheitsstrafen von über 15 Jahren gefordert seien, heisst es in der Urteilsbegründung. (sda)

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