Kübel werden Gewinnboxen

FRAUENFELD. Die Abfallkübel sind zum Gebrauchen da. Deshalb führt der Kanton Thurgau zum zweiten Mal die Kampagne «Bruuch mi!» durch. Die Kosten dafür belaufen sich auf 60 000 Franken.

Michèle Vaterlaus
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Die Kübel mit den grünen Aufklebern stechen ins Auge. (Bild: pd)

Die Kübel mit den grünen Aufklebern stechen ins Auge. (Bild: pd)

Littering ist nicht nur ein Modewort, es ist ein gesellschaftliches Problem. Insbesondere im Sommer wird Abfall schnell liegengelassen – nach dem Mittagessen im Park oder dem gemütlichen Grillieren am See. Deshalb startet der Kanton Thurgau nächste Woche die Kampagne «Bruuch mi!». Vom 15. bis 28. Juni verwandeln sich 1500 Kübel, die über den ganzen Kanton verteilt sind, in Gewinnboxen.

Niete oder Zahl

«Unser Ziel ist es, die Bevölkerung für das Thema Littering zu sensibilisieren», sagt Martin Eugster vom Amt für Umwelt und Leiter des Litteringprojekts. Das Ganze funktioniert folgendermassen: Auf den 1500 Kübeln sind Kleber mit dem Spruch «Bruuch mi!» angebracht. Daneben befindet sich ein QR-Code. Dieser Code kann mit dem Smartphone abfotografiert werden. «Scannt man den Code ein, wird man auf die Bruuch-mi-Website weitergeleitet», erklärt Eugster. Dort erfährt der Teilnehmer, ob er eine Niete oder eine Zahl gezogen hat. «Ist es eine Zahl, so gewinnt der Teilnehmer ein iPad mini.» Mitmachen können beim Wettbewerb alle – also nicht nur jene, die den Abfallkübel tatsächlich benutzen. Hat jemand eine Niete erwischt, kann er deshalb einfach zum nächsten Kübel gehen und sein Glück dort erneut versuchen. «Es geht uns darum, dass die Leute die Kübel bewusst wahrnehmen», sagt Eugster. Oft werde für Littering nämlich die Ausrede benutzt, dass es einfach keine Kübel habe, um den Abfall zu entsorgen.

Begleitend zu den Kübeln werden Plakate aufgestellt, die daran erinnern, den Abfall ordentlich zu entsorgen. Die Kosten für die Kampagne belaufen sich auf 60 000 Franken.

13 000 Klicks verbucht

Bereits letztes Jahr hat der Kanton den Wettbewerb durchgeführt. «Wir verzeichneten 13 000 Klicks», sagt Eugster. Es seien zwar nur rund 1000 User gewesen, doch er hofft diese Jahr auf eine ähnlich hohe Beteiligung. Ob die Kampagne gegen Littering wirkt, kann Eugster nicht sagen. «Eine Erhebung haben wir nicht gemacht. Das wäre zu aufwendig», erklärt er. Aber: «Man kann natürlich nicht sagen, wie schlimm es wäre, wenn es keine Kampagne gäbe.»