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Krokodile jagen am Ufer der Murg

Rund 500 Besucher genossen am Samstag die grosse Vielfalt an Raritäten der Modelleisenbahn- und Modellautobörse im Casino. Sammlern und Jägern schlug das Herz höher.
Margrith Pfister-Kübler
Daniel Wiedmer aus Frauenfeld hat Nina Meier (mit Mutter Irene) die kleinste Märklin-Lok verkauft. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Daniel Wiedmer aus Frauenfeld hat Nina Meier (mit Mutter Irene) die kleinste Märklin-Lok verkauft. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Die Zuneigung zu Modelleisenbahnen und Modellautos kennt viele Formen, viele Spielarten, viele Ausuferungen. Aber alles ist immer aussergewöhnlich in den Augen der Liebhaber. Jörg Lüthi, der Organisator der Börse, selbst Sammler und Anbieter, hat ein legendäres «Krokodil» im Auge bei einem anderen Händler. Als Krokodile werden Elektrolokomotiven bezeichnet, die auf die Baureihen SBB Ce 6/9 und SBB Ce 6/8 zurückgehen, von der Maschinenfabrik Oerlikon für die schweren Güterzüge auf der steilen Gotthardbahn entwickelt wurden. «Ich muss noch den Preis aushandeln», schmunzelt Jörg Lüthi. 800 Franken ist ihm noch zu hoch.

Eine winzige Lokomotive für zehn Franken

So schön und verrückt die Liebe zu Eisenbahn- oder Autoraritäten im Miniformat auch sein mag, Selbst-Mitmachen im Eisenbahn-Club Frauenfeld setze da noch eins obendrauf, schwärmt Sammler Daniel Wiedmer aus Frauenfeld. «Wir haben jetzt auch eine Jugendgruppe», strahlt Wiedmer und verkauft nebenher die kleinste Märklin-Loki, in einer Glühbirne montiert, an Martin und Irene Meier mit Tochter Nina aus Ellikon an der Thur. Die Sekundarschülerin Nina hat das Thema Modelleisenbahn als Schulprojekt gewählt hat. Für zehn Franken geht das rare Ding weg. «Ist ja für eine Schülerin», ruft Wiedmer und hält noch eine Weichenlaterne feil.

Elisabeth und Kurt Ruch aus Greifensee veräussern ein Liebhaberstück aus der eigenen Sammlung, um Neues zu erwerben: «Wir haben früher viel an Börsen eingekauft. Jetzt wollen wir unsere Sammlung ändern und Neues kaufen.» Ein pensionierter Versicherungs-Risk-Manager vom Zürisee erzählt: «Ich habe ein Haus voll mit meiner Sammlung. Jetzt verkaufe ich davon.» Obwohl sich mehrheitlich Leute in gestandenem Alter im Casino tummeln, sind auch Familien mit Kindern zu sehen.

Einer kauft gleich vierzig Autos aufs Mal

Aus Eschenz ist Martin Peter mit seinen Söhnen, dem vierjährigen Mats und dem siebenjährigen Niila, unterwegs: «Ich will eine von denen kaufen», ruft Mats und zeigt gleich auf mehrere Zugskompositionen, die ihm offenbar schon länger im Kopf herumspuken. Hans Sieber aus Oberbüren war Sammler und verkauft nun seine Raritäten, darunter viele Autos. Ein Händler hat an einem Stand im Casino gleich vierzig Modellautos auf einmal erworben. Alois Schneider aus Matzingen steht zusammen mit seinem Kollegen Robert Messmer vom Rosental am Stand: «Wir verkaufen Wägeli um Wägeli. Es gibt viel zu viel. Am liebsten sind mir jene, die nicht markten», sagt Schneider und zeigt gesteigerte Lust am Verkaufen. In Sammlern rinnt jener Saft, der unerlässlich ist, an die Lebensfreude zu glauben – die einen antreibt, auch dann weiterzumachen, wenn sich ein Wünsche mal nicht sogleich erfüllt. Modelleisenbähnler, Autöli-Simmer und Liebhaber von anderen Raritäten sind also zufriedene Seelen. Die Ur-Sehnsucht nach der guten heilen Welt fand an der Börse in Frauenfeld reichlich Nahrung. Auch ein Bananen-Mensch-Roboter aus Hongkong stand zum Kauf. Die Besucher kamen aus der Schweiz und dem nahen Ausland.

Jörg Lüthi, Organisator der Modelleisenbahnbörse Frauenfeld, mit einem «Krokodil 2», seinem Wunschobjekt.

Jörg Lüthi, Organisator der Modelleisenbahnbörse Frauenfeld, mit einem «Krokodil 2», seinem Wunschobjekt.

Elisabeth und Kurt Ruch aus Greifensee veräussern ein Liebhaberstück aus der eigenen Sammlung, um Neues zu erwerben.

Elisabeth und Kurt Ruch aus Greifensee veräussern ein Liebhaberstück aus der eigenen Sammlung, um Neues zu erwerben.

Alois Schneider, Matzingen, und Robert Messmer, Rosental, trennen sich Stück für Stück von ihren Schätzli.

Alois Schneider, Matzingen, und Robert Messmer, Rosental, trennen sich Stück für Stück von ihren Schätzli.

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