Kriterien für Basisstufe fixiert

Der Regierungsrat hat festgelegt, unter welchen Bedingungen Schulgemeinden die Einführung der Basisstufe beantragen können. Ein halbes Dutzend Schulgemeinden ist an der Einführung interessiert. Die Basisstufen in den Versuchsgemeinden sind bewilligt.

Martin Knoepfel
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Die Basisstufe, hier im Schulhaus Hegi (Winden), überwindet die Trennung von Kindergartenkindern und Unterstufe. (Bild: Reto Martin)

Die Basisstufe, hier im Schulhaus Hegi (Winden), überwindet die Trennung von Kindergartenkindern und Unterstufe. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Der Kanton lässt die Katze namens Basisstufe aus dem Sack. Das Departement für Erziehung und Kultur (DEK) kann Schulgemeinden eine drei- oder vierjährige Basisstufe bewilligen. Dazu braucht es besondere strukturelle Voraussetzungen. Das hat der Grosse Rat am 11. September beschlossen. Was das konkret bedeutet, hat der Regierungsrat nun in einer Verordnung festgelegt. Das teilte der Kanton gestern mit.

Modellrechnungen verlangt

Das DEK kann Gesuche von Schulgemeinden zur Einführung einer Basisstufe bewilligen, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Zum einen muss es unmöglich sein, den betreffenden Schulstandort ohne Basisstufe betriebswirtschaftlich zu betreiben.

Konkret heisse das, dass die Schulgemeinde Modellrechnungen machen müsse, sagt Walter Berger, Chef des Amts für Volksschule. Darin muss die betreffende Schulbehörde darlegen, was der Schulbetrieb ohne Basisstufe kosten würde. Da fallen eventuell Ausgaben für den Transport der Kinder oder für den Unterhalt der nicht mehr benötigten Schulhäuser an, wenn diese nicht sofort verkauft werden können.

Die Schulbehörde muss sodann die Kosten des Schulbetriebs mit Basisstufe evaluieren. Diese müssen tiefer sein als ohne Basisstufe oder nur in einem betriebswirtschaftlich vertretbaren Ausmass höher. Berger sagt, es sei denkbar, dass der Schulbetrieb mit der Basisstufe weniger koste, weil man die Klassengrössen optimieren könne. Damit setze das DEK den Willen des Grossen Rats um. Der Grosse Rat hatte die Basisstufe letztes Jahr nur zur Rettung von kleinen Schulstandorten akzeptiert und nicht aus pädagogischen Gründen. Zum andern muss jede Basisstufe von einer Kindergärtnerin und einer Primarlehrkraft geführt werden, wobei beide mindestens ein 60-Prozent-Pensum haben müssen. Aus rechtlichen Gründen werden auch in Schulgemeinden mit Basisstufe die Kinder dem Kindergarten oder der Primarschule zugeordnet. Für die Ausgestaltung des Unterrichts sei das fast bedeutungslos, bestätigt Berger.

Automatisch bewilligt

Basisstufen existieren in den Schulgemeinden Amlikon-Holzhäusern, Bischofszell, Egnach, Frauenfeld und Mammern. Sie starteten als Schulversuche und gelten nun automatisch als bewilligt. Bewilligungen für neue Basisstufen gibt es erst aufs Schuljahr 2014/2015, da die Änderungen des Volksschulgesetzes und der Verordnung am 1. Januar 2014 in Kraft treten. Fünf oder sechs Schulgemeinden seien an der Basisstufe interessiert und warteten auf die Verordnung, sagt Berger.

Der Kanton rechnet den Schulgemeinden für die Basisstufe zehn Prozent der mittleren Lehrerbesoldung zusätzlich an, wie bei anderen Mehrklassenschulen. Das DEK erwartet Mehrkosten für den Kanton von 0,5 bis 0,6 Mio. Franken im Jahr. Es stützt sich nach Auskunft von Berger auf den Zehn-Prozent-Zuschlag bei der Besoldung und nimmt zugleich an, dass maximal 15 Prozent der Kinder die Basisstufe besuchen. Die Mehrkosten für die Schulgemeinden seien schwierig abzuschätzen, schreibt der Kanton.

Hansjörg Besimo, Schulpräsident von Amlikon-Holzhäusern, freut sich über den Entscheid des Regierungsrats. Eine Abschaffung der Basisstufe sei in Amlikon-Holzhäusern kein Thema, sagt er.

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