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KRIMINALSTATISTIK: Thurgau: Weniger Straftaten, dafür mehr Unfälle

Die Zahl der Straftaten im Thurgau hat im vergangenen Jahr um elf Prozent abgenommen. Damit liegt der Kanton im schweizweiten Trend. Die Kantonspolizei werde sich neuen Herausforderungen stellen müssen, warnten die Verantwortlichen vor den Medien.
Trotz weniger Straftaten: Der Kantonspolizei Thurgau geht die Arbeit nicht aus. (Bild: Nana do Carmo)

Trotz weniger Straftaten: Der Kantonspolizei Thurgau geht die Arbeit nicht aus. (Bild: Nana do Carmo)

Gemäss Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Kanton Thurgau im vergangenen Jahr 9179 Straftaten registriert - gegenüber 2016 ist dies ein neuerlicher Rückgang um 1143 Delikte oder 11 Prozent. Dies heisst es in einem Communiqué der Verantwortlichen. Die Zahlen liegen somit über 20 Prozent unter dem Wert von 2013. Seit Jahren werden landesweit weniger Straftaten registriert.

Auch die Anzahl Straftaten pro 1000 Einwohner ging im Thurgau trotz des anhaltenden Bevölkerungswachstums nochmals deutlich zurück: von 38,6 auf 33,9.

"Sehr gutes Zeugnis"

Kommandant Jürg Zingg gab diese Zahlen am Montag an der Jahres-Medienkonferenz der Kantonspolizei Thurgau bekannt. Positiv entwickelt habe sich auch die Aufklärungsquote: 45,0 Prozent aller Delikte hat die Kantonspolizei aufgeklärt, 2016 waren es 42,9 Prozent gewesen. Hervorragend ist die Aufklärungsquote mit über 90 Prozent im Bereich der Gewaltdelikte. "Das stellt Ermittlern, Fahndern und Kriminaltechnikern ein sehr gutes Zeugnis aus", sagte Jürg Zingg.

Einbruchszahlen innert vier Jahren halbiert

Die Zahl der Einbruchsdelikte ging 2017 nochmals um 20 Prozent zurück, es wurden 579 (2016: 722) Einbrüche registriert. 2013 waren noch 1164 Delikte erfasst worden. Die Zahl der Einbruchdiebstähle habe sich also innerhalb von vier Jahren halbiert. Sollte es zu einer Trendwende kommen, wäre die Kantonspolizei Thurgau bereit, sagte Zingg: "Wir haben gezeigt, dass wir über die geeigneten Instrumente verfügen, um Einbruchkriminalität wirksam zu bekämpfen."

Verkehrsunfallstatistik

Gemäss der Verkehrsunfallstatistik wurden im vergangenen Jahr 1365 Verkehrsunfälle polizeilich bearbeitet. Gegenüber dem Vorjahr (1249) ist dies eine Zunahme von 9,3 Prozent. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen schwer verletzten Personen ging leicht auf 139 (Vorjahr 143) zurück. Acht Personen kamen auf Thurgauer Strassen ums Leben, 2016 waren sieben Menschen gestorben.

Anforderungen an Polizisten steigen

Mit seinem ersten ganzen Jahr an der Spitze der Kapo Thurgau zeigte sich der Kommandant zufrieden: "2017 war ein erfolgreiches Polizeijahr." Trotz guter Zahlen werde der Kantonspolizei die Arbeit nicht ausgehen, fügt er aber an: "Die Polizeiarbeit wird immer komplexer, und die Anforderungen an die Polizistinnen und Polizisten steigen stetig." Die Kantonspolizei müsse nicht nur fähig sein, ihre aktuellen Aufgaben erfolgreich zu bewältigen, sie müsse auch für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet sein. Als zentrale Herausforderungen nannte Jürg Zingg den Umgang mit Gefährdern und Extremisten sowie die Digitalisierung der Kriminalität - Stichwort Cybercrime.

Kantonales Bedrohungsmanagement

Die Chefin des Departements für Justiz und Sicherheit, Regierungsrätin Cornelia Komposch, zeigte sich erfreut über den neuerlichen Rückgang der Kriminalität. Die Erfolge seien zu einem grossen Teil der professionellen und engagierten Arbeit der Kantonspolizei zu verdanken. Die Sicherheitslage dürfe als gut bis sehr gut bezeichnet werden – ungeachtet der Tatsache, dass der Thurgau die niedrigste Polizeidichte der Schweiz aufweist. "Dennoch dürfen wir nicht zurücklehnen. Wir müssen uns den neuen Herausforderungen stellen."

Die Frage, wie im Thurgau mit Gefährdern, mit gewaltausübenden Personen oder Extremisten umzugehen ist, bewege auf der strategischen Ebene auch die Regierung. Die Kantonspolizei setze sich seit Jahren mit ausserordentlichen Bedrohungen auseinander, und sie habe Massnahmen zur Abwehr getroffen, darunter spezifische Weiterbildungen oder Anpassungen bei der Ausrüstung. Das DJS seinerseits unterstütze die interdepartementale und interdisziplinäre Zusammenarbeit und fördere die Verbesserung der Prozesse und Abläufe, sagte Komposch.

Der Ende 2017 vom Bundesrat verabschiedete Nationale Aktionsplan (NAP) zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus umfasst über 20 Massnahmen, die auch im Thurgau umgesetzt werden müssen. Mitte Februar 2018 habe sie die Kantonspolizei beauftragt, Zuständigkeiten und Handlungsbedarf aus dem NAP im Thurgau zu erheben, sagte Cornelia Komposch. Der Aktionsplan fordere die Kantone unter anderem auf, ein behörden- und institutionenübergreifendes Bedrohungsmanagement aufzubauen. Es soll "das Gefährdungspotenzial von Personen oder Gruppen frühzeitig erkennen, einschätzen und mit geeigneten Massnahmen entschärfen". (kapo/dwa)

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