«Kreuzstrasse», Zuben: Ein würziges Stück Fleisch

Das Restaurant Kreuzstrasse in Zuben ist im positiven Sinn eine klassische Landbeiz an der Strasse von Amriswil nach Kreuzlingen. Das schöne alte Riegelhaus mit kleiner Gartenwirtschaft auf der Sonnenseite ist kaum zu übersehen; es soll schon Jahrhunderte auf dem Buckel haben.

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Das Restaurant Kreuzstrasse in Zuben ist im positiven Sinn eine klassische Landbeiz an der Strasse von Amriswil nach Kreuzlingen. Das schöne alte Riegelhaus mit kleiner Gartenwirtschaft auf der Sonnenseite ist kaum zu übersehen; es soll schon Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Eine Wirtschaft ist es jedenfalls schon in der dritten Generation. Besitzerin und Köchin ist Marianne Mettler.

Fleisch vom Hochlandrind

Von ihrem Bruder, der gleich neben dem Restaurant einen Bauernhof betreibt, bezieht sie die Spezialität der «Kreuzstrasse», Fleisch vom Hochlandrind. Diese Rinder fressen hier ausschliesslich Gras und Heu vom Hof, auf die Beigabe von Kraftfutter wird verzichtet. Geschlachtet werden jährlich zehn bis zwölf Tiere; ein Teil des Fleisches geht in den Direktverkauf, ein anderer kommt in der «Kreuzstrasse» auf den Tisch. Das Fleisch ist sehr mager und feinfaserig und hat einen kräftigen Geschmack.

Davon liessen wir uns bei unserem Besuch gerne überzeugen. Das Entrecôte ist zwar nicht so butterweich, wie jenes von einem andern Rind, aber es ist würzig-kräftig; gebraten war es wunderbar rosa (35.50, serviert mit Pommes frites und Gemüse). Auf der Karte wird indirekt darauf hingewiesen, dass ein Rind eben nicht nur aus «Edelstücken» besteht, für die gilt: «Es hät, solang's hät.» Und was es hat – darüber lässt man sich informieren. Auf den Tisch kam deshalb auch noch ein – ebenfalls wohlschmeckendes – Rahmgulasch mit angebratenen Eierspätzli und Mischgemüse (28.50). Diesen beiden Hauptgängen gingen voraus eine Knoblauchcrèmesuppe (8.50) und eine «Huusvorspiis» (Knoblauchcrèmesuppe, Landrauchschinken, feiner Selleriesalat, grüner Salat und zwei kleine, eher befremdliche, aber gleichwohl gute Frühlingsrollen, 14.50). Zum Dessert schliesslich gab's eine kräftige Portion Meringues (8.50) und caramelisierte feine Ananasscheiben (10.50, mit Glace serviert).

Wurstsalat und Cordon bleu

Begleitet wurde das Essen von einer Flasche Cornalin AOC Barrique des Winzers Joseph Gattlen (52.50). Diese fruchtbetonte, füllige Walliser Spezialität passte gut

zu den gewählten Speisen. Auf der Karte finden sich eine kleine Auswahl an Schweizer Weinen und europäische Tropfen zu moderaten Preisen.

Die Küche bietet neben den Hochlandrind-Spezialitäten eine schöne Auswahl an Speisen, die man in einer Landbeiz erwarten darf, vom Wurstsalat (11.50) bis zum Cordon bleu. Diese sind sehr gefragt (33.50/gross, 24.50/klein, serviert mit Pommes frites). Bei unserem Besuch gab es gerade eine Cordon-bleu-Spezialkarte. Sie werden nun aber von Spargelgerichten abgelöst – die Spargeln aus der Nachbarschaft. Hingewiesen sei noch – auch wenn nicht mehr Saison ist – auf die Metzgete in der «Kreuzstrasse». Sie findet im Januar statt, und es werden auch dafür Tiere von Marianne Mettlers Bruder geschlachtet.

Unser Eindruck: In der «Kreuzstrasse» wird etwas Spezielles gepflegt, darüber hinaus kommt Bewährtes auf den Tisch. Das Lokal ist sympathisch, der Service freundlich. Urs Bader

Kreuzstrasse,8585 Zuben Hauptstrasse 90, 071 695 18 66 www.kreuzstrasse-zuben.ch Öffnungszeiten: Montag Ruhetag, ebenso letzter Sonntag im Monat Karte: Vorspeisen 7.– bis 15.–, Hauptgänge 18.50 bis 38.50; Mittagsmenu 14.40