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KREUZLINGEN: SRF plant Rückzug aus Bodensee-Arena

Aus Spargründen möchte das SRF den Vertrag mit der Bodensee-Arena nicht verlängern. Der definitive Entscheid fällt im Juni. Doch bereits jetzt arbeiten die Kreuzlinger an einem Plan B.
Martina Eggenberger Lenz
Kreuzlingen TG - Die Bodensee-Arena in Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Kreuzlingen TG - Die Bodensee-Arena in Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

«Ja, das würde uns hart treffen», sagt Matthias Mölleney, Verwaltungsratspräsident der Bodensee-Arena. Vor gut einer Woche hat er im Gespräch mit Vertretern des Schweizer Fernsehens erfahren, dass alle Verträge mit externen Produktionsstandorten nicht fortgesetzt werden sollen. Diese Nachricht ist dicke Post für die Kreuzlinger. Schliesslich ist das SRF seit vielen Jahren ein treuer Mieter der Eis- und Eventhalle. Die Verantwortlichen wollten demnächst sogar einen langfristigen Dauervertrag zur Produktion aller grossen Shows in der Arena unterzeichnen (unsere Zeitung berichtete).

Seit mehr als einem Jahr laufen die Vorarbeiten für den fixen Einzug des Schweizer Fernsehens in die Bodensee-Arena. Der Plan war, dass der Sender die Arena ab 2019 für mindestens 8 Jahre jeweils von Herbst bis Frühling besetzt. Die Stadt hat hierfür vergangenen Mai dem Gemeinderat extra eine Anpassung des Baurechtsvertrages vorgelegt und eine Fachgruppe einberufen, die eine Bedarfs- und Betriebsanalyse zu erarbeiten hatte. Das Problem der langfristigen Fernsehnutzung war nämlich, den Eissportvereinen und der Öffentlichkeit trotzdem genügend Eisfläche zur Verfügung stellen zu können. Diese Forderung der Sportler hatte der Gemeinderat unterstützt, auch wenn sie bedeutet hätte, Investitionen für ein drittes Eisfeld zu tätigen. Nun sind diese Überlegungen sehr wahrscheinlich obsolet.

Lichter löschen im April 2019 zu Ende

Matthias Mölleney erklärt, das Fernsehen begründe seinen Entscheid mit dem 100-Millionen-Sparpaket, das trotz der gewonnenen No-Billag-Abstimmung umgesetzt soll. Wenn dieses im Juni vom Verwaltungsrat wie vorgeschlagen verabschiedet werde, dann gebe es ab April 2019 wohl keine Sendungen aus der Bodensee-Arena mehr. «Es ist noch nichts entschieden. Aber wir arbeiten mit Hochdruck an einer Alternativplanung», betont der VR-Präsident. Das ist auch notwendig, denn die Bodensee-Arena konnte in den letzten Jahren finanziell von der TV-Präsenz profitieren. Die Bodensee-Arena generiert mit dem Fernsehen jährlich einen Umsatz von 300000 bis 400000 Franken. Der langfristige Vertrag hätte diesen gemäss Mölleney in etwa verdoppelt.

«Wenn das Fernsehen wegfällt, wird es eine Durststrecke geben und wir werden auf die Zuschüsse der Stadt angewiesen sein. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Halle auch so weiter betreiben können», sagt Mölleney. Um die ausbleibenden Mieteinnahmen zu kompensieren, will der Verwaltungsrat vermehrt auf grössere Sportevents setzen. Dabei denkt er vor allem an Sportarten, die nichts mit Eis zu tun haben. Als Beispiele nennt Mölleney Tennis-, Handball- oder Boxturniere. Bei kulturellen Events sei der Konkurrenzkampf grösser als im sportlichen Bereich. Auch sei dafür die Grösse der Halle mit 3500 Zuschauerplätzen weniger geeignet.

Betriebsanalyse ist nicht nutzlos

Stadträtin Dorena Raggenbass, die ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrates ist, betont, dass die erstellte Analyse über die Bodensee-Arena trotzdem von Nutzen sei. Es habe sich gezeigt, dass sich durch die Sportvereine und die Sportschule sowie auch für den öffentlichen Eislauf ein Mehrbedarf an Eisfläche ergebe. Man kenne nun den baulichen Zustand sowie die betrieblichen Abläufe und könne daraus Massnahmen ableiten. Ende Mai soll die Analyse abgeschlossen werden können. Dann sollen die genauen Betriebs- und Investitionskosten der möglichen Kompromiss-Varianten evaluiert sein und deren Wirtschaftlichkeit feststehen. «Diese Varianten können für die Zukunft nach wie vor wegweisend sein», hält Raggenbass fest. Es sei nun halt unerwartet so, dass die Analyse fertig sei, bevor das SRF seinen definitiven Entscheid gefällt habe.

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