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KREUZLINGEN: Profiteure nutzten die Gunst der Stunde

Die Aufhebung des Euromindestkurses war eine Hiobsbotschaft für die Thurgauer Exportindustrie und auch für die Thurgauer Gewerkschaften. Nicht alle Stellenstreichungen sind in ihren Augen aber berechtigt.
Kurt Peter
Präsidentin Edith Graf-Litscher dankt Wilfried Häberlin für sein Engagement. (Bild: Kurt Peter)

Präsidentin Edith Graf-Litscher dankt Wilfried Häberlin für sein Engagement. (Bild: Kurt Peter)

KREUZLINGEN. Mit wenig rosigen Aussichten begrüsste die Präsidentin des Thurgauer Gewerkschaftsbundes, Edith Graf-Litscher, vergangene Woche zur Delegiertenversammlung. «Das Jahr 2015 war gerade einmal zwei Wochen alt, da sauste das Damoklesschwert <Euromindestkurs> herab», hatte sie in ihrem Jahresbericht geschrieben. Über Nacht hätten sich die Gewinnmargen der Thurgauer Exportfirmen aufgelöst. Grosse Firmen hätten in der Folge Arbeitsplätze abgebaut oder dies angekündigt, meinte sie weiter.

Nicht immer Sparen aus Not

Doch «nicht alle Unternehmen, die umgehend Sparmassnahmen auf Kosten der Belegschaft umsetzten, taten dies aus Notwendigkeit heraus – manch ein Profiteur nutzte die Gunst der Stunde».

Wirtschaftsfragen seinen natürlich Hauptthema in den Gesprächen mit Regierungsrat Kaspar Schläpfer und dem Amt für Wirtschaft und Arbeit gewesen. Unsicherheiten habe es genügend gegeben: die Auswirkungen der Frankenstärke, die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative, die bilateralen Verträge und flankierende Massnahmen.

Kampf für Romanshorn

Aber auch die zunehmenden Sonntagsverkäufe und die Schliessung der Zollstelle Romanshorn seien zur Diskussion gestanden. «Diese Schliessung nimmt der Thurgauer Gewerkschaftsbund nicht einfach so hin. Da setzt jemand in Bern den Rotstift an und will im fernen Thurgau wichtige Zollstellen schliessen», sagte Edith Graf-Litscher. Sie habe darüber auch in Bern mit Bundesrat Ueli Maurer gesprochen. Den Verlust von Arbeitsplätzen beklagt auch das Sekretariat: «Im Thurgau sind mindestens 600 Arbeitsplätze verlorengegangen, investiert wird schon, aber nicht hier, sondern im näheren oder ferneren Ausland», hiess es im Jahresbericht von Rita Kägi.

Das Arbeitersekretariat wurde vergangenes Jahr in fast 1200 Fällen um Beratung angesucht. «Bei Verschlechterungen ging es hauptsächlich um Lohnreduktion und Erhöhung der Arbeitszeit», erklärte Rita Kägi. Mit 285 Beratungsgesprächen lag die Branche Verkehr und Handel deutlich an der Spitze, gefolgt vom Gastgewerbe und der Metallbranche. «Der gesunde Menschenverstand obsiegt heute noch bei vielen Streitfällen.»

Die Jahresrechnung des Gewerkschaftsbundes schloss mit einem Verlust von 2885 Franken. Die meisten Positionen lagen im Budget, zum Verlust führten ausserordentliche Pensionskassenbeiträge von 5000 Franken. Nach 13 Jahren im Vorstand trat Wilfried Häberlin zurück. Die Nachfolge sei noch nicht geregelt, musste Edith Graf-Litscher zugeben: «Die Suche läuft.»

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