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KREUZLINGEN: Glänzende Augen im Milchviehstand

Seitenwechsel war das Thema am nationalen Zukunftstag. Die 12-jährige Beverly entschied sich für das Projekt Landwirtin.

Melkzeit ist bei den 75 Kühen im Stall von Albert Neuweiler rund um die Uhr. Im Freilaufstall können die Tiere selber in den Melkroboter, wenn ihnen danach ist. Am Chip erkennt der Roboter die Daten jeder Kuh.

Erst nach acht Stunden Pause wird sie wieder gemolken, ansonsten wird sie sanft wieder hinausgeschubst, ohne den Bissen Kraftfutter als Belohnung. Frühmorgens wird ein erster Kontrollgang gemacht und melkfaule Kühe mit einem liebvollen Klaps aufgefordert, sich Richtung Roboter zu bewegen, bevor der «Milchmann» mit dem Tanklastwagen die Milch einsammelt. Über 2000 Liter haben sich in zwei Tagen ergeben.

Im Naherholungsgebiet von Kreuzlingen

Die zwölfjährige Beverly wurde vor sieben Uhr von ihrer Mutter auf den Hof gebracht, damit sie beim Melken dabei sein konnte. Die Bäuerin Heidi Neuweiler hatte die Aufgabe übernommen, den Zukunftstag zu gestalten. Sie hatte sich entschieden, Beverly, Vera und Jamie, welche als Bereiter schnupperten, zusammen durch alle Bereiche auf dem Hof zu begleiten: «Wir sind ein traditioneller Mischbetrieb mit Milchkühen, Acker, Obst, Wald und Pferden.» Auch der grosse Manitu begrüsste die Frühaufsteher freudig. Als Dalmatiner ist er eher untypisch für einen Hofhund, aber typisch für die relative Freiheit, welche Landwirte in der Ausgestaltung ihres Berufes haben.

Auf dem Hof an der Alpstrasse hoch über Kreuzlingen haben sich Heidi Neuweiler und Tochter Rebecca einen eigenen Betriebszweig mit Reitpferden und Pensionspferden geschaffen. Da ist die Stadtnähe ideal. Spaziergänger kennen den Hof, wo im Sommer Kühe auf der Weide mit Blick auf den Bodensee grasen und von wo auch die feinen ­Pausenäpfel stammen. Brian, das Shetlandpony, darf am Wochenende an der Martinsfeier das Pferd des heiligen Martin spielen.

Die Augen von Beverly glänzen im Stall. Ihre Zukunftsträume haben mit Tieren zu tun. Sie ist mit Hund und Katze aufgewachsen. Eine Tätigkeit auf der Bank würde ihr auch gefallen, aber die Banken machen eigene Infotage. Auch eine Landwirtin braucht Kenntnisse in Buchhaltung, muss elektronische Geräte überwachen können und viele administrative Arbeiten erledigen. Auf dem Hof von Albert Neuweiler wurden schon mehrere junge Frauen als Lernende zur Landwirtin ausgebildet: «Was uns Frauen vielleicht an Muskelkraft fehlt, haben wir im Kopf», meinte Heidi Neuweiler, die jeweils im Herbst, wenn die andern bei der Obsternte sind, den Stall mit 75 Tieren allein besorgt.

Trudi Krieg

thurgau@thurgauerzeitung.ch

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