KREUZLINGEN: Das Warten geht weiter

Auf dem Boulevard bleibt vorerst alles, wie es ist. Die einjährige Testphase für das neue Verkehrsregime kann nicht im Mai gestartet werden. Das Bundesgericht hat einer Beschwerde der Coop Mineralöl AG eine aufschiebende Wirkung zuerkannt.

Nicole D’orazio
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Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Die Gegner können aufatmen – vorerst. Auf dem Boulevard, der Begegnungszone auf einem Teil der Hauptstrasse in Kreuzlingen, können die Verkehrsteilnehmer weiterhin so fahren wie bisher. Eigentlich hat die Stadt im Mai eine Versuchsphase für ein neues Verkehrsregime einführen wollen. Doch daraus wird nun nichts. Denn das Bundesgericht hat der Beschwerde der Coop Mineralöl AG, welche die Tankstelle beim «Karussell» betreibt, eine aufschiebende Wirkung zuerkannt.

Die Beschwerdeführerin hat vor dem 1. Februar den Entscheid ans Bundesgericht weitergezogen. Denn letzten November hatte das kantonale Verwaltungsgericht im Sinne der Stadt Kreuzlingen entschieden, und die Beschwerde der Coop Mineralöl AG gegen die befristete Verkehrsanordnung abgewiesen (unsere Zeitung berichtete).

Andreas Netzle hofft auf einen raschen Entscheid

«Wir mussten damit rechnen, dass es so kommt, nachdem beim Bundesgericht eine Beschwerde eingegangen ist», sagt Stadtpräsident Andreas Netzle. Man müsse nun abwarten, bis das Bundesgericht einen Entscheid fälle. «Erst danach können wir mit dem einjährigen Versuchsbetrieb starten, sofern das Gericht in unserem Sinne entscheidet.» Wie lange das dauert, kann Netzle nicht sagen. Zwischen einem halben Jahr und zwei Jahren sei alles möglich. «Uns wäre es natürlich lieber, wenn schnell entschieden würde, damit wir wissen, woran wir sind.»

Die Verkehrsführung gab immer viel zu diskutieren

Die Verkehrsführung auf dem Boulevard wird seit dessen Eröffnung im Mai 2011 immer wieder diskutiert. Um den Durchgangsverkehr zu senken, waren seitens der Stadt verschiedene Varianten von Regelungen mit Fahrverboten und Einbahnstrassen angedacht und wegen Widerstands wieder verworfen worden. 2014 hatte sich ein runder Tisch mit Vertretern der Stadt, des Initiativkomitees für einen autofreien Boulevard, des Gewerbevereins und des Quartiervereins Bodan auf einen Konsens einigen können. Es ist vorgesehen, dass die Einfahrt vom Helvetiaplatz her in den Boulevard gesperrt wird und dass das Teilstück der Schützenstrasse zwischen Boulevard und dem Einkaufszentrum Karussell zu einer kleinen Fussgängerzone wird. Das anschliessende Stück der Schützenstrasse zwischen Begegnungszone und der Einmündung der Gutenbergstrasse soll nur noch von Ost nach West – das heisst in Richtung der Nationalstrasse – befahrbar sein. Die letzten zwei Punkte sind nun der Knackpunkt, gegen den sich die Tankstellenbetreiberin wehrt.

Bei der Coop Mineralöl AG, mit Hauptsitz in Allschwil, war gestern wegen der Basler Fasnacht niemand zu erreichen.