Kreativität kennt kein Alter

Grosse Beachtung fand übers Wochenende die Ausstellung «Kreativität ohne Altersgrenze». Die vielen Kunsthandwerker wurden dabei nicht reich durch Verkauftes, sondern durch Zwischenmenschlichkeit.

Kurt Lichtensteiger
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Erika Kropf zeigt einer Besucherin ihr Patchwork-Kinderbuch. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Erika Kropf zeigt einer Besucherin ihr Patchwork-Kinderbuch. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Die Ausstellerinnen und Aussteller haben Gemeinsamkeiten wie etwa ihr fortgeschrittenes Alter, ihr Flair für Handwerkliches und Künstlerisches und ihre Schaffenskraft, die ihren Alltag be­reichert. Daneben gibt es auch Unterschiede: Nebst den verschiedenen beruflichen Hintergründen und Werdegängen haben einige ihr einstiges Hobby wieder aufgenommen, andere aber erst spät entdeckt und darauf zur Blüte gebracht. Ob Gemeinsamkeit oder Unterschied: Zusammengefunden haben sie sich mit demselben Zweck, nämlich ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit zeigen zu dürfen. Die geeignete Plattform dafür bot die Ausstellung «Kreativität ohne Altersgrenze», die am Freitag und Samstag in dreijährigem Turnus zum siebten Mal im Gemeindezentrum stattfand. An der Vernissage vom Freitagabend gratulierte Gemeindepräsident Matthias Küng den Beteiligten zu ihrem Mut, wünschte ihnen grenzenlose Freude, verbunden mit der Hoffnung, der Erfolg möge Antrieb für weitere Durchführungen sein.

Malen, Schnitzen, Falten Klöppeln oder Drechseln

Malen mit Acryl, Weben, Häkeln, Schnitzen, Klöppeln, Falten, Knüpfen und Drechseln sind nur einige Handwerkstechniken, die es zu bestaunen gab. Dazu gesellten sich Naturkosmetik, Foto­karten, Schmuck, Glasiges, Weihnachtskrippen und Figuren sowie Patchwork und Wandbehänge, die von den «Kunsthandwerkern in der dritten Lebensphase» – wie sich Ausstellende zu nennen pflegen – präsentiert wurden. Ein Verkauf der Gegenstände stand nicht im Vordergrund, war aber durchaus möglich. Reich wurde wohl niemand, vor allem nicht in Anbetracht der für die Ausübung des Hobbys aufgewendeten Stunden. «Reich bin ich aber durch die zwischenmenschlichen Begegnungen vor Ort geworden», sagte die Frauenfelderin Erika Kropf, die mit ihren Patchwork-Arbeiten auf Bewunderung stiess. Die Kirchbergerin Monika Käufeler wagte sich mit Orimoto, der Kunst, Bücher zu falten, erstmals an eine Ausstellung. «Auf dieses meditative Hobby bin ich erst vor zwei Jahren gestossen. Das Falten von rund 400 Buchseiten verlangt Genauigkeit, ­Geduld und Ausdauer. Für ihre Kreationen, erschaffen mit erstaunlicher Technik, erntete die 69-Jährige unzählige Komplimente. Und sie war in diesen drei Tagen sicher nicht die Einzige.

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch