Kosovare wird wegen Schulden ausgeschafft

LAUSANNE. Nach 13 Jahren muss ein Kosovare die Schweiz verlassen, weil er hohe Schulden hat. Das hat das Bundesgericht entschieden und damit den Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgerichts gestützt.

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LAUSANNE. Nach 13 Jahren muss ein Kosovare die Schweiz verlassen, weil er hohe Schulden hat. Das hat das Bundesgericht entschieden und damit den Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgerichts gestützt.

Der heute 43jährige Mann aus Kosovo reiste im Herbst 2002 zu seiner in der Schweiz niedergelassenen Gattin ein, die ebenfalls kosovarische Bürgerin ist. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Sie sind heute 9 und 12 Jahre alt. Sie haben wie ihre Mutter eine Niederlassungsbewilligung. Im Frühjahr 2007 sprach das Thurgauer Migrationsamt gegenüber dem Kosovaren eine erste Verwarnung aus, weil er beim Betreibungsamt Frauenfeld mit 47 Betreibungen über fast 90 000 Franken und mit sieben offenen Verlustscheinen im Betrag von knapp 8000 Franken verzeichnet war.

Vier Jahre später drohte das Migrationsamt dem Kosovaren erneut die Wegweisung an, denn seine Finanzlage hatte sich weiter verschlechtert. Die offenen Betreibungen betrugen per August 2011 knapp 95 000 Franken. Die Verlustscheine hatten sich auf 35 erhöht und zeigten ein Minussaldo von über 102 000 Franken. Im März 2014 schliesslich lehnte es das Migrationsamt ab, die Aufenthaltsbewilligung des Kosovaren zu verlängern. Inzwischen war bekannt geworden, dass er wegen mehrfachen Betruges verurteilt worden war.

Rückkehr ist zumutbar

Nach dem Thurgauer Verwaltungsgericht hat nun auch das Bundesgericht entschieden, dass die Wegweisung nicht zu beanstanden ist. Entgegen der Auffassung des Kosovaren liege ein Grund für eine Wegweisung vor, nachdem sich seine Schulden trotz Verwarnungen weiter anhäuften. Das Argument des Kosovaren, er habe für sich und seine Familie nie Fürsorgegelder bezogen, bei seiner Wegweisung müsste seine Familie aber mit Sozialhilfe unterstützt werden, weshalb eine Rückkehr in den Kosovo unzumutbar sei, liess das Bundesgericht nicht gelten. Denn angesichts der Schuldensituation sei klar, dass es dem Kosovaren «bereits zuvor faktisch nicht möglich war, seine Familie finanziell zu unterstützen». Der Ehefrau und den beiden Kindern ist es nach Meinung des Bundesgerichts zumutbar, ihrem Ernährer in den Kosovo zu folgen, da ihnen die kosovarische Kultur vertraut ist. Ihnen steht es allerdings offen, in der Schweiz zu bleiben. (tzi)