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KONSTANZ: Mehr Bahn zum Bodensee

Im Vergleich mit den Nachbarn ist der Thurgau mit dem Ausbau seiner Zugverbindungen weit voran. St. Gallen holt auf. In Baden-Württemberg ist der Nachholbedarf erheblich.
Kurt Peter
Eine Bodenseefähre fährt Richtung Friedrichshafen. (Bild: Ralph Ribi)

Eine Bodenseefähre fährt Richtung Friedrichshafen. (Bild: Ralph Ribi)

KONSTANZ. Die Verkehrserschliessung der Bodenseeregion ist eine Katastrophe, und zwar bei allen Verkehrsarten. Dieser Meinung ist die Landesregierung von Baden-Württemberg, wie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann am Samstag sagte. Er versprach Entlastung auf der Strasse und Verbesserungen auf der Schiene, aber «es braucht leider viel Zeit».

Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGÖV) Sektion Ostschweiz hatte zur Herbsttagung ins Konstanzer Konzil geladen. Thema: «Grenzüberschreitender Verkehr im Bodenseeraum». Gleich zu Beginn machte Verkehrsminister Hermann deutlich: «Aus deutscher Sicht ist der Modernisierungsbedarf beim Schienenverkehr erheblich.» Immerhin sei die bedeutende Nord-Süd-Verbindung von Stuttgart nach Zürich zum Ausbau freigegeben worden. Die Verbindung hätte das Potenzial, schneller als das Auto zu sein, doch leider sei dies aktuell nicht der Fall. «Der Bundestag hat eingesehen, dass diese Strecke als vordringlich zu behandeln ist», sagte Hermann weiter. Sie sei teilweise einspurig, und Baden-Württemberg brauche die Kooperation mit den SBB. Denn: «Die Deutsche Bahn hat vergessen, dass sie in der Schweiz nicht fahren kann, eine peinliche Nummer.» Um den angestrebten Stundentakt anbieten zu können, müsse auch Schweizer Rollmaterial eingesetzt werden.

Besser steht es im Thurgau, «der öffentliche Verkehr ist eine Erfolgsgeschichte», sagte Regierungsrat Walter Schönholzer.

Im Thurgau sei das Bahn- und Busangebot im Regionalverkehr zwischen 2005 und 2015 um 25 Prozent auf elf Millionen Kilometer im Fahrplan 2015 gestiegen. Im selben Zeitraum habe die Zahl der Passagiere um 10 Millionen auf 26,6 Millionen zugenommen. Auch der von den SBB betriebene Fernverkehr verzeichne Zunahmen. Positiv entwickelt habe sich die Schnellzuglinie Konstanz–Zürich. Von anfänglich 3 Schnellzugpaaren täglich seien nun 18 je Richtung im Einsatz. Und schliesslich entwickle sich auch die neue Verbindung Konstanz–St. Gallen erfreulich.

Halbstundentakt auf allen Thurgauer S-Bahnlinien

Auf die Einführung des Fahrplans 2019 seien weitere Ausbauschritte geplant, sagte der Thurgauer Regierungsrat. So sollen alle S-Bahn-Linien von Montag bis Freitag zwischen 5 bis 24 Uhr im Halbstundentakt bedient werden. «Zwischen Romanshorn und Weinfelden wird dank einer neuen schnellen S-Bahn der Halbstundentakt eingerichtet.» Zum Stundentakt ausgebaut werden soll die Verbindung Konstanz–St. Gallen dank 16 Zugpaaren. Das Zielkonzept 2024 habe mit der S44, der schnellen S-Bahn Konstanz-Kreuzlingen–Weinfelden, die höchste Priorität, erklärte Schönholzer weiter. Die Umsetzung des Fahrplanes 2019 erfordere umfangreiche Investitionen. 300 Millionen Franken aus dem Bahninfrastrukturfonds würden im Thurgau für die baulichen Massnahmen eingesetzt. Weitere Ausbauten benötige die Einführung der S44, diese würden derzeit durch das Bundesamt für Verkehr geprüft.

Auch für den St. Galler Ständerat Paul Rechsteiner gibt es Bedarf in der Entwicklung der Bahn. Die Situation auf der Strecke St. Gallen–Chur, lange Zeit vernachlässigt, werde nun endlich verbessert. Ziel sei hier ein schneller Halbstundentakt. Das Konzept «Bahn Y 2012» sehe eine direkte Erschliessung Süddeutschland-Alpenrhein, die Anbindung der Ostschweiz und Konstanz-Kreuzlingen an das deutsche Hochgeschwindigkeitsnetz sowie die Erschliessung Basel-Bodensee vor. Und schliesslich sei es so auch möglich, die Tourismusgebiete, vor allem im Kanton Graubünden, besser anzubinden.

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