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Konstabler erfreut über Unesco

FRAUENFELD. Die Frauenfelder Konstabler freuen sich, dass der Bechtelistag auf die Unesco-Liste des immateriellen kulturellen Erbes kommen soll. Ihre Versammlungen stehen für sie im Zentrum des Brauchs. Vom Fasnachtsbetrieb distanzieren sie sich.
Thomas Wunderlin
Das Gesellschaftsmahl der Konstabler besteht aus einer Salzisse, Weissbrot und Wein, dazu wird Salat und Senf gegeben: Bechtelistag 2007. (Archivbild: Nana do Carmo)

Das Gesellschaftsmahl der Konstabler besteht aus einer Salzisse, Weissbrot und Wein, dazu wird Salat und Senf gegeben: Bechtelistag 2007. (Archivbild: Nana do Carmo)

Der Frauenfelder Stadthistoriker Angelus Hux freut sich darüber, dass das Bundesamt für Kultur den Bechtelistag zu den lebendigen Traditionen der Schweiz zählt. «Eine solche Liste ist sicher begrüssenswert.» Wenige Thurgauer Bräuche seien darin aufgenommen worden. Von den Frauenfelder Traditionen hätte Hux auch das Pfingstrennen und der Militärwettmarsch dazugezählt.

Mit der Liste, die diese Woche veröffentlicht wurde, hat das Bundesamt das Unesco-Abkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes umgesetzt, das die Schweiz 2008 ratifizierte. Auf der Homepage www.lebendige-tradi tionen.ch wird Hux als Auskunftsperson für den Frauenfelder Bechtelistag genannt. Denn er ist nicht nur Konstabler, sondern auch Autor der 2010 erschienenen Geschichte der Konstablergesellschaft Frauenfeld, ohne die es keinen Bechtelistag gäbe.

Unbekannt in der Schweiz

Auch der Obmann der Konstabler, Hans-Peter Schmid, hält die Aufnahme des Bechtelistags «für eine gute Sache, wenn man eine solche Liste führt». In der Schweiz sei der Bechtelistag nicht bekannt, im Kanton und der Region jedoch stark verwurzelt.

Das Fest auf den Frauenfelder Strassen und die Freinacht in den Beizen ist laut dem Historiker Hux nicht das zentrale Element des Bechtelistags. Dieser sei vielmehr «vom Ursprung und von seinem tiefen Kern» her die Versammlung der Konstabler. Ihre Vereinigung geht auf eine zünftische Organisation zurück, die im 13. Jahrhundert kurz nach der Stadtgründung entstand. Heute versammeln sich die Konstabler jeweils am dritten Montag im Jahr im Rathaus, und zwar am Morgen und abends ab 18 Uhr. Etliche Mitglieder absolvieren sogar drei Versammlungen, da sich am Morgen zunächst die Bürgergemeinde versammelt, deren Mitgliedschaft eine Vorbedingung zur Aufnahme in die Konstablergesellschaft ist.

An ihrer Morgenversammlung nehmen die Konstabler die Jahresrechnung ab; dazu sind nur Konstabler zugelassen, die in Frauenfeld wohnen. An der feierlich-gemütlichen Abendversammlung sind auch Konstabler willkommen, die nicht in Frauenfeld leben. Dazu werden weitere Gäste, Politiker und Gastredner geladen, die für Stimmung sorgen sollen. Auch Musik wird gespielt. Gegessen werden Salzissen, Brot und Wein, dazu Salat und Senf. Um 23 Uhr öffnen sich die Türen für alle Interessierten, um 24 Uhr werden Masken prämiert.

Ändern möchte Hux nichts an den beiden Versammlungen der Konstabler. Gegen die Aufnahme von Frauen sprächen ein historischer und ein praktischer Grund: Die Konstablergesellschaft sei als Gesellschaft von Männern gegründet worden, und im Rathaus sei nicht genug Platz für Männer und Frauen. Cheläwiiber und andere fasnachtsähnliche Gestalten sind für Hux «eher eine Randerscheinung», die nicht zum Kern des Bechtelistags gehören.

Ohne Guggenmusig

Auch Konstabler-Obmann Schmid betrachtet die fasnachtsähnlichen Veranstaltungen distanziert. Diese hätten sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Die Konstabler hätten dies nicht gewollt. «Als ich jung war, da gab es keine Guggenmusig.»

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