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KONKURSMASSE VON ROLF ERB: Kanton Thurgau hat kein Interesse an Schloss Eugensberg

Der Kanton Thurgau will Schloss Eugensberg am Untersee nicht kaufen, wie er in einer Beantwortung auf einen Vorstoss schreibt. Interesse bekundet er hingegen an der Ruine Sandegg mit Terrasse.
Der Kanton Thurgau will Schloss Eugensberg nicht erwerben. Als Grund führt die Regierung an, dass der Erhalt und die Zugänglichkeit von Schlössern nicht zur Kernaufgabe des Kantons gehören. (Bild: Reto Martin)

Der Kanton Thurgau will Schloss Eugensberg nicht erwerben. Als Grund führt die Regierung an, dass der Erhalt und die Zugänglichkeit von Schlössern nicht zur Kernaufgabe des Kantons gehören. (Bild: Reto Martin)

Ein Erwerb von Schloss Eugensberg ist für den Kanton Thurgau «keine Option». Das geht aus der Beantwortung einer Interpellation von CVP-Kantonsrat Ulrich Müller (Weinfelden) hervor. Als Grund führt die Regierung an, dass der Erhalt und die Zugänglichkeit von Schlössern nicht zur Kernaufgabe des Kantons gehören. Zudem lasse die derzeitige Finanzlage mit den Sparbemühungen einen Erwerb oder eine Beteiligung nicht zu. Ferner verweist die Regierung darauf, dass es mit dem Kauf nicht getan sei - das Schloss müsste künftig genutzt und unterhalten werden. Ebenfalls kein Interesse bekundet die Standortgemeinde Salenstein. Voraussichtlicher Verkaufsstart des Schlosses und der weiteren dazugehörenden Grundstücke –wie etwa Schlosspark, ehemalige Gutsbetriebe und Badehaus– ist im April. Die Anlagen sind Teil der Konkursmasse von Rolf Erb. Der Winterthurer Unternehmer verstarb vergangenen April eines natürlichen Todes in seinem Schloss am Untersee.

Interesse bekundet der Kanton hingegen an der Ruine Sandegg. Zusammen mit der Gemeinde könnte es für den Kanton durchaus interessant sein, die «geschichtsträchtige Ruine» mit der «schönen Terrasse» und dem umliegenden Wald zu erwerben oder sich zu beteiligen. Gegenwärtig führe das Amt für Archäologie eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung und den Betrieb der Terrasse durch. Ergebnisse sollen bald dem Regierungsrat vorgelegt werden. Mit Beteiligung der öffentlichen Hand wäre die öffentliche Zugänglichkeit eines Teil des Areals gesichert, heisst es in der Antwort. Auf diese Zugänglichkeit der Schlossanlage zielt auch eine Frage des Interpellanten Müller ab. Der Regierungsrat schreibt, dass er eine öffentliche Zugänglichkeit von Schloss und Park Eugensberg für wünschenswert hält. «Zumal das Areal Eugensberg wohl der grösste und bedeutendste Landschaftspark im Thurgau ist.» Aber: Die Bereitschaft von Privatpersonen oder privaten Institutionen, ihr Anwesen öffentlich zugänglich zu machen, halte sich im Allgemeinen in Grenzen.

Müller fragte auch nach dem denkmalpflegerischen Wert des Schlosses und der Umgebung. Die Regierung verweist darauf, dass das Amt für Denkmalpflege im Juni 2017 –erstmals nach 25 Jahren– wieder Zugang zum Schloss erhielt. Die Arbeit ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber ein Zwischenfazit ist dennoch bereits nachzulesen. Bei der Liegenschaft Eugensberg handle es sich ohne Zweifel um ein Denkmal von nationaler, wenn nicht von europäischer Bedeutung, zumindest im Bodenseeraum. Durch den bisherigen schonungsvollen Umgang mit dem Bestand sei ein «einzigartiges Gesamtkunstwerk» bis heute erhalten. Eugensberg habe eine «sehr hohe kulturhistorische Bedeutung.» Deswegen könne, anders als Müller schreibe, das Schloss aber nicht als «Zeuge der Thurgauer Geschichte» gelten. Auf Eugensberg habe im eigentlichen Sinne nie «Thurgauer Geschichte» stattgefunden. (seb)

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