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KONFILIKT: Wolken über der Aadorfer Post

Bei den Angestellten der Poststelle Aadorf gibt es Konflikte im Team. Die Post bemüht sich um eine Lösung. Nach Angaben der Gewerkschaft Transfair ist der Verkaufsdruck beim Schalterpersonal generell ein Problem.
Inge Staub
Die Post befindet sich in Aadorf an zentraler Lage. (Bild: Donato Caspari)

Die Post befindet sich in Aadorf an zentraler Lage. (Bild: Donato Caspari)

AADORF. In der Poststelle Aadorf hängt der Haussegen schief. «Unter dem Personal gibt es Spannungen», informierte ein Leser die TZ. Die Post bestätigt, dass es in Aadorf Probleme gibt. «Die Konflikte sind uns bekannt. Wir sind sehr bemüht, Lösungen zu finden», teilt Mediensprecherin Jacqueline Bühlmann mit. Inhaltlich äussert sich die Sprecherin nicht. Aus personalrechtlichen Gründen kommentiere die Schweizerische Post unternehmensinterne Angelegenheiten nicht in der Öffentlichkeit.

«Im richtigen Profil?»

Unserer Zeitung wurde ein E-Mail eines Vorgesetzten zugespielt, aus welchem hervorgeht, dass dieser Druck auf die Angestellten der Post ausübt. « Im Bereich Telekommunikation kriegen einige von uns absolut nichts zustande. Wir haben tatsächlich immer noch Poststellen mit NULL-Abo-Punkten! Das geht nicht!», schreibt der Mann. Auch rügt er die Angestellten, weil zu wenig Kreditkarten und Reiseversicherungen verkauft worden seien: «Viele Beratende erfüllen so nicht die Erwartungen. Da muss sich jede/r die Frage gefallen lassen: <Bist du im richtigen Profil?>»

Zum Inhalt dieses E-Mails nimmt die Post keine Stellung. Jacqueline Bühlmann hält generell fest: «Die Post gibt dem Verkaufspersonal weder individuelle, quantitative Zielvorgaben noch Jahresziele vor, sondern Teamziele.» Diese Teamziele seien mit den Sozialpartnern abgesprochen und 0.8 Prozent lohnwirksam. Für die Gewerkschaft Transfair ist der Verkaufsdruck beim Schalterpersonal der Post ein bekanntes Problem. «Wer die Verkaufsziele nicht erreicht, kommt unter Druck und kann unter Umständen auch den Arbeitsplatz verlieren», sagt Regionalsekretärin Greta Gysin. Immer wieder würden langjährige Mitarbeitende erzählen, dass sie wegen des Leistungsdrucks die Freude an der Arbeit verloren hätten. «Auch gesundheitliche Probleme infolge Stress sind leider nicht selten.»

Das breite Angebot verschärft die Problematik: Postangestellte müssen über Tausende Produkte Bescheid wissen. Die Post hat das Problem erkannt. Sie strafft derzeit das Sortiment an Drittprodukten. Haushaltgeräte und Süsswaren werden nicht mehr angeboten.

Post testet zwei Profile

Der Verkauf von Drittprodukten ist ein wichtiges Standbein der Post. Mit Büchern, Schreibwaren, Geschenkkarten oder Handyabos erzielt der Konzern jährlich eine halbe Million Franken Umsatz. Da der Verkauf von Handyabos oder Versicherungen beratungsintensiv ist, testet die Post momentan, ob es sinnvoll wäre, Beratung und Verkauf zu trennen. Die Schalterangestellten sollen in zwei Profile unterteilt werden: Zum einen die Verkäufer, die sich um klassisch postalische Angelegenheiten kümmern, und zum anderen die Berater, die für beratungsintensive Geschäfte zuständig sind. Diese Idee wird derzeit im Pilotversuch getestet, unter anderem in Aadorf.

Die Probleme in dieser Poststelle hätten nichts mit dem Pilotversuch zu tun, sagt Jacqueline Bühlmann. «Das ist ein reiner Teamkonflikt.»

Es sei nicht aussergewöhnlich, dass es bei 6000 Angestellten zu Konflikten komme, erklärt die Gewerkschaft. Dies rechtfertige jedoch nicht den Ton des zitierten E-Mails. Ein solcher Ton sei glücklicherweise nicht üblich. «Ein respektloser Umgang unter Mitarbeitenden passt nicht zur Firmenkultur der Post», betont Greta Gysin. So seien auch schon Führungspersonen entlassen worden, weil sie sich gegenüber Mitarbeitenden nicht korrekt verhalten hätten.

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