Kommentar

Die Frauenfelder Köpfe müssen bleiben

Ohne sie gäbe es das Open Air Frauenfeld nicht mehr: Wolfgang Sahli, René Götz, Andrea Läderach, Jörg Müller, André Rindlisbacher, Sandro Keller und Joachim Bodmer. Das sind die Veranstalter von Europas grösstem Hip-Hop-Festival. Doch nun der Verkauf. Das weltweit tätige Unterhaltungsunternehmen Live Nation übernimmt die Aktienmehrheit. Die US-Amerikaner kommen und machen alles anders? Hoffentlich nicht.

Mathias Frei
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Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld/Untersee.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld/Untersee.

Auf den Bühnen haben Musiker aus Übersee zwar längst das Sagen: Eminem, Cypress Hill, 50Cent und wie sie alle heissen. Hinter der Bühne sind es aber die OK-Mitglieder aus Frauenfeld, Pfyn oder Buch, welche die Fäden ziehen. Und das machen sie ziemlich gut. Besser kann ein Festival dieser Grösse kaum organisiert werden. Das liegt auch daran, dass die Veranstalter aus der Region stammen und vernetzt sind. Köpfe, die man in Frauenfeld wertschätzt, die verlässliche Partner sind für die Stadt, welche das Festival bewilligt, und für die Armasuisse als Liegenschaftenbesitzerin. Dass auch die Zürcher Fraktion (Sahli, Götz und Bodmer) im Thurgau angekommen ist, zeigte sich daran, dass Sahli vor zwei Jahren an der Fasnacht Frauenfelder Obernarr war.

Dass Live Nation auf der Grossen Allmend einsteigt, irritiert nur auf den ersten Blick. In Sachen Besucherzahlen kann man zwar nicht mehr grösser werden. Aber man kann dank der neuen Besitzer noch besser werden, konkret beim Musikprogramm. Damit in Zukunft jedes Jahr Superstars nach Frauenfeld kommen. Das funktioniert aber nur, wenn in der Organisation weiterhin die Frauenfelder Köpfe operativ das Sagen haben. Bringt ja nichts, wenn Jay-Z auf der Bühne steht, aber der Zapfhahn streikt.