Kommentar: Ein Entscheid für die Kultur

Thomas Wunderlin
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Redaktor Thomas Wunderlin. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Redaktor Thomas Wunderlin. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Die Thurgauer Kulturstiftung darf nicht mehr ihren eigenen Stiftungsräten Fördergelder zusprechen. Der Regierungsrat passt die 1991 gegründete Institution der heutigen Auffassung einer sauberen Verwaltungsführung an. Er reagiert damit auf die vor zwei Jahren geführte öffentliche Diskussion im Kanton. Die Kulturstiftung wurde damals als Selbstbedienungsladen kritisiert. Das ist sie jetzt nicht mehr.

Auch wenn lange nichts Zählbares mehr zu hören war. Der Regierungsrat und die Kulturstiftung mussten letztlich handeln. Da in Zukunft der Grosse Rat über die Vergabe der Lotteriegelder an die Kulturstiftung entscheidet, wäre die Kritik wieder hochgekocht. Jetzt zeigt sich, dass man eine Stiftungsurkunde doch ändern kann. Zuvor hiess es, das sei fast unmöglich.

Die Verteidiger der Kulturstiftung bezeichneten die Kritik an der Selbstbegünstigung als schädlich für die Kultur insgesamt. Dieses Missverständnis ist nun aufgeklärt. Das Gegenteil ist richtig: Der Kultur tut es gut, wenn ihre Förderung keinen Beigeschmack mehr hat.

thomas.wunderlin@thurgauerzeitung.ch