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KOMMENTAR: Die Jäger müssen sich hinterfragen

Ein Jäger erschoss versehentlich vier Schafe und verletzte drei weitere tödlich. Das zeige, dass die Jäger offensichtlich nicht bereit seien, sich selber zu hinterfragen, schreibt Redaktor Silvan Meile in seinem Kommentar.
Ein Jäger schoss im Thurgau versehentlich auf eine Schafsherde. (Symbolbild) (Bild: Benjamin Manser)

Ein Jäger schoss im Thurgau versehentlich auf eine Schafsherde. (Symbolbild) (Bild: Benjamin Manser)

Die Jäger haben ein Imageproblem. Dass nun einer von ihnen auf Wildschweine zielt und Schafe trifft, rückt sie noch weiter in die Schusslinie ihrer Kritiker. Um Akzeptanz zurückzuerlangen, müssen sie aus diesen Fehlschüssen ihre Schlüsse ziehen.

Dieser Fall muss ein Warnschuss sein: Genügen die Kontrollmechanismen durch den Kanton? Und wird in den Jagdgesellschaften etwa vor lauter Pflege der Kollegialität die kritische fachliche Begleitung der Mitglieder vernachlässigt?

Der Fall der sieben toten Schafe zeigt, dass die Jäger offensichtlich nicht bereit sind, sich selber zu hinterfragen. Der geschädigte Tierhalter wird mit Geld ruhiggestellt. Alles wieder in bester weidmännischer Ordnung. Gleichzeitig hüllen sich die Jäger sofort in Schweigen. Eine angekündigte Medienmitteilung landet im Papierkorb, bevor sie versandt wurde. Die Öffentlichkeit hätte wohl ohnehin nichts von diesem Vorfall erfahren sollen. Wer so handelt, zementiert sein Imageproblem. Da muss sich der mächtige Jägerverband auch künftig nicht wundern, wenn er von einem einzelnen Tierschützer angeschossen wird.

Natürlich erfüllen die Jäger eine wichtige Funktion. Ihr Dasein ist berechtigt. Sieben tote Schafe sind – isoliert betrachtet – keine riesige Tragödie. Ein Jäger, der nicht genau weiss, auf was er schiesst, hingegen schon. Deshalb sollten der Kanton und die Jäger diese toten Schafe zum Anlass nehmen, zumindest die Kontrollmechanismen so zu hinterfragen, dass dieser Vorfall einmalig bleibt.

Silvan Meile
silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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