KOLUMNE: «SÜDSICHT»: Fegefeuer der Schoggihasen

Olaf Kühne
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«Wovor haben wir eigentlich Angst?», war an der ­Dussnanger Kirchgemeinde­versammlung zu vernehmen. Unter Gläubigen eh die Frage aller Fragen, müsste man meinen. Doch in Hinter­thurgauer Kirchgemeinden dreht sie sich um weit profanere Dinge als das Fegefeuer. Fusionen sind angesagt. Ein Dauerbrenner wie das Fegefeuer, nur nicht so heiss. Die Duss­nanger können sich dafür – Achtung: Kalauer – erwärmen, die Bichelseer weniger. Der Steuerfuss könnte steigen, so ihre Angst. Ablass ist zwar gut, schützt vor dem Fegefeuer – aber bitte nicht zu teuer. Schliesslich muss man sich schon die Raiffeisenbank mit den Zürchern in Turbenthal teilen, das reicht ja wohl.

Wer in Bettwiesen dereinst im Fegefeuer landen wird, weiss niemand so genau. Zu obskur das Ganze. Angst ist indes auch im ansonsten unscheinbaren Dorf ein Thema. Wohl nicht vor dem Fegefeuer. Sicher aber vor dem Kreuzfeuer, dem die Kirchenbehörde in der Vergangenheit ausgesetzt war. Klar, findet sich kaum noch jemand, der sich das antun will.

In Münchwilen und Eschlikon sorgen derweil die Protestanten für Schlagzeilen. Das Fegefeuer kennen sie zwar nicht, sehr wohl aber Personalsorgen. Öfters mal ein neuer Pfarrer, gerne auch eine Pfarrerin. Und Kirchen­präsident ist hier auch keine Lebensstelle. Gut, ist bald Ostern, ist man angesichts solcher Zustände geneigt zu sagen. Nicht wegen der ­Vergebung. Wegen der leckeren Schoggihasen aus Balterswil. Deren Kalorien verbrennt spätestens das Fegefeuer – ­wenigstens an katholischen Hüften.