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Koch sagt: «Kanton ist zuständig»

MÜNSTERLINGEN. Nahmen ehemalige Heimkinder aus Fischingen in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen an klinischen Tests teil? Diese Frage kann nur eine Untersuchung klären. Falls erforderlich, wollen die Parteien aktiv werden.
Inge Staub
Heutzutage umgibt sich die Psychiatrische Klinik Münsterlingen mit Kunst am Bau. (Archivbild: Nana do Carmo)

Heutzutage umgibt sich die Psychiatrische Klinik Münsterlingen mit Kunst am Bau. (Archivbild: Nana do Carmo)

Der Verein Kloster Fischingen hat die Aufarbeitung der Geschehnisse im ehemaligen Kinderheim in die Wege geleitet. Doch nun klagt das ehemalige Heimkind Walter Nowak auch die Psychiatrische Klinik Münsterlingen an. Er befürchtet, Teil einer Versuchsreihe gewesen zu sein. Es steht deshalb die Frage im Raum, ob an Heimkindern Wirkstoffe für neue Antidepressiva getestet worden sind wie unsere Zeitung gestern berichtete.

Kantonale Heilanstalt

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, müssten die Akten der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen unter die Lupe genommen werden. Für die dortigen Vorgänge ist der Kanton Thurgau zuständig. Die Psychiatrie war damals in den 70er-Jahren eine Kantonale Heilanstalt. «Wir haben keine Kenntnisse über Experimente und auch keine Kenntnisse über Dokumentationen», sagt Regierungsrat Bernhard Koch. Sollte eine Aufarbeitung notwendig werden, wäre seines Erachtens «wohl der Kanton zuständig».

Hilfe von Spital Thurgau AG

Die Psychiatrische Klinik Münsterlingen gehört heute zur Spital Thurgau AG. Diese bietet Unterstützung an. «Wir würden im Rahmen von Kantonalen Vorgaben unsere Unterstützung leisten, soweit dies nach über 40 Jahren überhaupt noch möglich ist», sagt Geschäftsführer Marc Kohler.

Von den Thurgauer Parteien erachtet es die BDP für wichtig, dass «konkrete, gerechtfertigte Vorwürfe untersucht werden, falls nicht schon eine Untersuchung vorliegt». Sollte der Kanton nicht von sich aus aktiv werden, würde die BDP, so Fraktionschef Andreas Guhl, in der Fraktion und zusammen mit den anderen Fraktionen diskutieren, ob sie einen entsprechenden Vorstoss einreichen soll.

Die CVP würde es, wie Fraktionspräsidentin Carmen Haag sagt, begrüssen, wenn der Kanton die Sache abklären würde.

Falls tatsächlich konkrete Hinweise auf solche Versuche vorliegen, geht Matthias Müller, Fraktionschef der FDP, davon aus, dass «der Kanton von sich aus die ihm notwendig erscheinenden Massnahmen treffen wird». Es stelle sich allerdings die Frage, ob solche Ereignisse nach über 40 Jahren überhaupt noch einwandfrei abgeklärt werden können. Je nach Beurteilung in den Fraktionen könnte sich Müller vorstellen, dass mit einer einfachen Anfrage weitere Informationen angefordert werden könnten. Zurzeit sei es dafür seines Erachtens noch zu früh, da jegliche Informationen fehlten.

Auch Stephan Tobler, Fraktionspräsident der SVP, verweist auf fehlende Informationen. Er könne deshalb nicht beurteilen, ob der Kanton aktiv werden müsste. Die Grünen und die Sozialdemokraten passen.

Regierungsrat Bernhard Koch: «Haben keine Kenntnisse.» (Bild: Donato Caspari)

Regierungsrat Bernhard Koch: «Haben keine Kenntnisse.» (Bild: Donato Caspari)

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