Knapp wurde es nur im Hinterthurgau

Die Thurgauer sagen mit einer Mehrheit von 60 Prozent Ja zur Änderung des eidgenössischen Tierseuchengesetzes. Ein Viertel der Gemeinden lehnte die Vorlage ab. Der Präsident des Verbands Thurgauer Landwirtschaft ist froh über das Ja.

Martin Knoepfel
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FRAUENFELD. Wie fast alle anderen Kantone sagt auch der Thurgau Ja zur Änderung des Tierseuchengesetzes. Die Zustimmung fiel mit 60 Prozent schwächer aus als auf eidgenössischer Ebene mit 68,3 Prozent Ja.

Alle Bezirke sagten Ja

Die Stimmbeteiligung war im Thurgau mit 21,7 Prozent sehr tief. Ein Abstimmungskampf hatte fast nicht stattgefunden. In allen Bezirken resultierte ein Ja, allerdings mit sehr unterschiedlicher Klarheit. Die Bezirke Arbon, Frauenfeld und Kreuzlingen sagten mit je über 60 Prozent Ja. Im Bezirk Weinfelden gab es 57,5 Prozent Ja. Knapp wurde es nur im Bezirk Münchwilen mit 52,6 Prozent Ja. 5 der 13 Gemeinden lehnten ab.

21 der 80 Thurgauer Gemeinden stimmten mit Nein. Eine weitere, Schönholzerswilen, meldete je 60 Ja- und Nein-Stimmen, was im Grund ein Nein ist. Wenn man die Ergebnisse der Gemeinden genauer ansieht, zeigt sich, dass vor allem kleine ländliche Gemeinden ablehnten. Beispiele sind Sommeri, Raperswilen oder Wuppenau, wo es fast doppelt so viele Nein- wie Ja-Stimmen gab. Allerdings gibt es auch ländliche Gemeinden, die klar annahmen.

Nicht bestätigen lässt sich die These, dass die Gegner des Tierseuchengesetzes besser mobilisierten als die Befürworter. Dann hätten Nein-Mehrheiten dort resultieren müssen, wo die Beteiligung tief war. Man findet ablehnende Gemeinden mit sehr tiefer (Kemmental) und mit überdurchschnittlicher (Lommis) Beteiligung. Das Gleiche stellt man bei den Befürwortern fest, die annahmen. Dafür stehen Münchwilen und Bichelsee-Balterswil mit 15 und 41 Prozent Beteiligung.

Bauernpräsident ist froh

Froh über das deutliche Ja ist der Präsident des Verbands Thurgauer Landwirtschaft, Nationalrat Markus Hausammann (SVP). «Es ist ein Entscheid im Interesse der Tiergesundheit. Die Angstmacherei hat nicht funktioniert». Hausammann sagt aber auch, man müsse auf die Anliegen der bäuerlichen Gegner eingehen. Künftig müsse man etwa bei Impfobligatorien wie im Fall der Blauzungenkrankheit die Information verbessern und von Anfang an klar sagen, wie man mit allfälligen Nebenwirkungen umgehe.

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