Klimatisiert durchs Murgtal

Die Frauenfeld-Wil-Bahn erhält fünf neue Gelenktriebwagen von Stadler Bussnang. Gestern wurde der erste abgeladen. Die neuen Fahrzeuge bieten den Passagieren mehr Komfort als die 20- bis 30jährigen Triebwagen.

Martin Knoepfel
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Die Frauenfeld-Wil-Bahn präsentierte gestern den ersten von fünf neuen dreiteiligen Gelenktriebwagen in der Werkstätte Wil den Medien und Behördenvertretern. (Bild: Reto Martin)

Die Frauenfeld-Wil-Bahn präsentierte gestern den ersten von fünf neuen dreiteiligen Gelenktriebwagen in der Werkstätte Wil den Medien und Behördenvertretern. (Bild: Reto Martin)

WIL. Gestern um 15.31 Uhr stiess ein Unimog das «Zebra» langsam in die Werkstatthalle in Wil. Die fünf neuen Triebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn (FW) heissen intern nach dem gestreiften Huftier. Stadler Bussnang fertigt sie. Für die direkte Strecke von Bussnang sind sie allerdings zu gross, so dass ein Umweg nötig war. Das sagte Thomas Baumgartner, Direktor der Frauenfeld-Wil-Bahn.

Mehr Komfort für Passagiere

Baumgartner, Regierungsrat Kaspar Schläpfer und der Verwaltungsratspräsident der FW, Bruno Gähwiler, betonten, dass die neuen Fahrzeuge mehr Komfort bieten als die alten. Sie hätten Platz für Kinderwagen, Velos und Sportgeräte, moderne Informationssysteme, Gratis-WLAN und Klimaanlagen. «Nun fahren überall im Thurgau moderne Fahrzeuge», sagte Schläpfer. Dank dem Niederflurbereich kann man an den Stationen, an denen die Perrons erhöht wurden, bequem einsteigen. Das gilt aber nicht für die neue erste Klasse, da deren Sitze über dem einen Triebdrehgestell angeordnet sind, wo der Fussboden fast 60 Zentimeter höher liegt als beim Eingang.

Vier weitere Triebwagen folgen bis Dezember. In den nächsten Wochen finden Tests statt. Da die elektrische Ausrüstung der neuen Triebwagen teilweise im Dach eingebaut ist, musste eine Arbeitsbühne in der Werkstätte Wil erstellt werden.

Nach der Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge werden die alten bis auf zwei, die als Reserve dienen, verkauft. Da sie abgeschrieben sind, sollte der FW kein Buchverlust entstehen. Baumgartner sagte, die neuen Triebwagen würden alle Fahrplanzüge fahren. In den Randstunden seien sie zu gross, räumte er ein. Dennoch rechneten sie sich, da die FW mit zwei Triebwagen weniger als bisher auskomme und da einige Züge heute mit zwei Triebwagen geführt würden. Nicht festlegen wollte sich Baumgartner in der Frage, ob es in der Werkstätte Wil zu einem Stellenabbau kommt, wenn weniger Triebwagen gewartet werden müssen.

Dichterer Fahrplan?

In den Stosszeiten sei ab kommendem Dezember der Viertelstundentakt Wängi–Wil geplant. Das sagte Werner Müller, zuständig für den öffentlichen Verkehr im Departement für Inneres und Volkswirtschaft.

Ein Viertelstundentakt Frauenfeld–Wil in den Stosszeiten ab Dezember 2018 erfordert gemäss Müller neue Kreuzungsstationen in Lüdem und Jakobstal. Die Kredite dafür würden mit Krediten für Ausbauten in anderen Regionen des Kantons in einer Botschaft zusammengefasst, die noch in den Grossen Rat komme und allenfalls vors Volk. Schläpfer antwortete, der Viertelstundentakt in Stosszeiten stehe unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Die zusätzlichen Züge Wängi–Wil seien im Finanzplan enthalten. Gemäss Baumgartner und Müller ist der 15-Minuten-Takt in Stosszeiten mit fünf Triebwagen machbar.

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