Kleinkinderbetreuerinnen fördern

Im vergangenen Oktober ist der dritte Master-Studiengang «Frühe Kindheit» an der Pädagogischen Hochschule Thurgau gestartet. Ziel ist es, Fachpersonen für die Qualitätsentwicklung in der Kinderbetreuung auszubilden.

Barbara Hettich
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Für Carine Burkhardt Bossi, Studienleiterin des Master-Studiengangs, besteht ein Nachholbedarf im Bereich «Frühe Kindheit». (Bild: Barbara Hettich)

Für Carine Burkhardt Bossi, Studienleiterin des Master-Studiengangs, besteht ein Nachholbedarf im Bereich «Frühe Kindheit». (Bild: Barbara Hettich)

KREUZLINGEN. «Die ersten Jahre eines Kindes sind prägend», sagt Carine Burkhardt Bossi, Leiterin des Masterstudienlehrgangs «Frühe Kindheit» an der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen. Um die Säuglingsjahre habe sich die Erziehungswissenschaft bislang aber nur wenig gekümmert – zumindest in der Schweiz, und auch in Deutschland gebe es Nachholbedarf. Seit 2011 bietet deshalb die PHTG in Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz den Masterstudienlehrgang «Frühe Kindheit» an.

Es braucht Weiterbildung

Schwerpunkt des Studiums: Wie man den Lebensraum von Säuglingen und Kleinkindern gestalten und wie man bei der Qualitätssicherung Institutionen und Fachpersonen unterstützen kann. Vernetztes wissenschaftliches und analytisches Denken ohne Praxis und Politik aus den Augen zu verlieren, sind die angestrebten Kompetenzen.

Die Gesellschaft ist im Wandel, Kinder wachsen vermehrt in Kleinfamilien auf und werden gerne in eine Kinderkrippe gegeben. «Was die Kleinkinderbetreuerinnen – meist sind es Frauen – dort leisten, ist bewundernswert und verdient unsere ganze Wertschätzung», so Carine Burkhardt Bossi. Zur Wertschätzung gehöre auch die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Im Aus- und Weiterbildungsbereich Kinderbetreuung gebe es aber zu wenig Dozenten. Es brauche zudem Fachpersonen, die Behörden und Institutionen bei einer Evaluation und Qualitätssicherung unterstützen können.

Die ersten 18 Absolventen – 16 Frauen und 2 Männer – haben 2013 erfolgreich das Studium abgeschlossen. Beruflich seien fast alle dort angekommen, wo sie hin wollten, weiss Carine Burkhardt Bossi. Gemäss Rückmeldungen würden sie heute in Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten, Sozialen Diensten, bei Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden oder in der Erzieherinnen- und Hebammen-Ausbildung arbeiten.

Sechs Monate statt vier

Das Bedürfnis nach solchen Fachpersonen sei also da, so die Studienleiterin. Derzeit läuft das Aufnahmeverfahren für den Herbst 2015. Erfahrungsgemäss würden sich dafür mehrheitlich Frauen interessieren. Für den Studiengang wertvoll wäre, wenn sich nicht nur junge sondern auch ältere Menschen mit Lebenserfahrung dafür interessieren würden. Ein berufsbegleitendes Studium über sechs Semester statt vier wäre deshalb wünschenswert und mit dem jährlichen Beginn auch möglich.