Klebstoff für die Kondition

Im Jahr 1969 habe er Frauen und Alkohol aufgegeben. Es seien die schlimmsten 20 Minuten seines Lebens gewesen, wird Fussballspieler und Lebemann George Best zitiert.

Mathias Frei
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Im Jahr 1969 habe er Frauen und Alkohol aufgegeben. Es seien die schlimmsten 20 Minuten seines Lebens gewesen, wird Fussballspieler und Lebemann George Best zitiert. Vergangenen Freitagabend haben unsere gewählten Frauenfelder Politiker offenbar die schlimmsten 35 Minuten ihres Lebens durchgemacht. Ganz ohne Alkohol und ohne «Spielerfrauen» im Whirlpool der Garderobe. Fast möchte man behaupten, mit einem Apéro im Blut wären die Gemeinderäte ehrenvoller abgesoffen gegen die Stadtverwaltung. Dabei dauerte das alljährliche Derby ja nicht einmal 90 Minuten, sondern nur deren 70 – oder zweimal 35 Minuten.

Vor allem die zweite Halbzeit soll es in sich gehabt haben, berichten Zuschauer. Die gewählten Volksvertreter seien sang- und klanglos untergegangen. Am Ende unterlagen sie den fleissigen Verwaltungsangestellten mit 3:7. Auf den Zuschauerrängen sei gewerweisst worden, wie man möglichst schnell Neuwahlen für den Gemeinderat anberaumen könnte. Vielleicht mit Klebstoff aus Österreich? Und Stapi Stokholm sowie Stadtrat Müller, die auch im Gemeinderatsteam mitspielten – oder zumindest auf dem Rasen standen? Könnten verfängliche Selfies à la Geri-Gate aus der Stadtratssitzung helfen?

Den Politikern fehlte am Ende einfach der Sprutz. Kondition, meine Herren! Das war die zweite Niederlage in Folge. Desolater ist nur noch der FC St. Gallen. Heute im Rathaus ist Wiedergutmachung angesagt. Die Zuschauer auf der Galerie und am Pressetisch erwarten 90 unterhaltsame Minuten. Dass mir dann keiner nach 35 Minuten schlapp macht. Sonst fällt zur Strafe das Fraktionsessen aus.