Klares Badewasser im Hüttwilersee

Der schöne Sommer hätte die Blaualge Lyngbya im Hüttwilersee wieder auf den Plan rufen können. Doch das Wasser in der Badi ist warm, klar und sauber – ohne unangenehme Algenblüte weit und breit.

Gudrun Enders
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HÜTTWILEN. «Das habe ich nicht erwartet.» Biologin Margie Koster arbeitet in der Abteilung Gewässerqualität im Thurgauer Amt für Umwelt. Sie hat diese Woche in der Badi Hüttwilen nachgeschaut, wie es um die Wasserqualität steht.

Biologin Koster erwartete, dass der heisse Sommer die Blaualge Lyngbya zu einer Massenvermehrung angeregt hätte. Was das bedeutet, zeigte der Herbst 2013. Damals trieben stinkende Algenteppiche ans Ufer, die massenhafte Vermehrung einer zweiten Blaualge färbte das Wasser violett. Der Witz dabei: Die Wasserqualität ist und war gut.

Blüte nicht vorhersehbar

Am Donnerstagnachmittag präsentierte sich der Hüttwilersee von seiner schönsten Seite. Die Badi-Gäste sonnten sich oder schwammen im klaren Wasser. «Ich habe dieses Jahr noch keinen Algenteppich gesehen. Es gibt keine Probleme», sagt Klaus Wicker aus Hüttwilen. Er muss es wissen, denn er geht jeden Morgen im Hüttwilersee schwimmen.

«Diese Algenblüte ist nicht vorhersehbar», sagt Biologin Margie Koster. Hatte sie im vergangenen Jahr in der Saison noch wöchentlich Proben im Hüttwilersee genommen, wird sie das inzwischen nur noch bei Reklamationen tun. Denn wenn tatsächlich eine Blaualgenblüte auftritt, ist nicht zu spassen. Dann können Blaualgen sehr gefährliche Gifte freisetzen. Sie können, müssen aber nicht. Bislang hat das Amt für Umwelt noch keine kritischen Werte entdeckt, auch bei der schlimmen Blüte 2013 nicht.

Eigentlich ein gutes Zeichen

Koster sieht Lyngbya als gutes Zeichen. «Sie kommt mit weniger Phosphat aus als andere.» Phosphat ist ein wichtiger Nährstoff für Wasserorganismen. Zu viel Phosphat aber bringt das biologische System in Schieflage. Im Hüttwilersee gibt es dank Tiefenwasserableitung weniger Phosphat als früher. Nun sind die Organismen verschwunden, die viel Phosphat brauchten. Blaualge Lyngbya nutzt die Lücke.