Klarer Kopf beim Badiplausch

FRAUENFELD. Wer in Frei- und Strandbädern zum Bier greift, kann Ärger bekommen. In etlichen Badis ist der Konsum von Alkohol verboten. Etwa in Kreuzlingen. In Romanshorn ist Alkoholkonsum hingegen erlaubt. Im Thurgau kann jede Badi ihre eigenen Regeln erlassen.

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Das Seebad in Romanshorn ist kulant. Den Badegästen ist es erlaubt, Bier zu trinken. (Bild: Reto Martin)

Das Seebad in Romanshorn ist kulant. Den Badegästen ist es erlaubt, Bier zu trinken. (Bild: Reto Martin)

Bei 38 Grad im Schatten hilft nur eines: ein Sprung ins kalte Wasser. Tausende Thurgauer kühlen sich derzeit in den Badis ab. Die Hitze macht auch durstig. So mancher würde sich gerne an einem kühlen Bier laben. Im Kanton St. Gallen dürfen die Badis keinen Alkohol ausschenken. Im Thurgau gibt es keine gesetzliche Beschränkung.

In Hausordnung geregelt

Dennoch kann man sich nicht überall mit einer Flasche Bier in der Hand auf den Rasen legen. «Es gilt immer die Hausordnung», erklärt Peter Bär, Chef des Sportamtes Thurgau. Im Kanton seien die Betreiber von Freibädern und ihre Restaurants für den Ausschank von Alkohol zuständig. Dennoch seien die Badibesucher selbst für ihr Verhalten verantwortlich. «Wer einen über den Durst trinkt und dann einen Unfall verursacht, kann nicht einfach mit dem Finger auf die Badileitung oder den Gastronomiebetrieb zeigen», so Peter Bär. Ansonsten würden für die Restaurants in der Badi die gleichen Regeln gelten bezüglich des Alkoholausschanks wie in anderen Gasthäusern auch. Eine Vielzahl von Badeanstalten verbietet den Konsum von Alkohol per Hausordnung.

«Das Mitbringen und der Konsum von Alkohol und anderer Drogen sind verboten», heisst es in der Hausordnung des Schwimmbades Arbon. «Nur lesen leider viele Leute diese nicht oder halten sich nicht daran», beklagt Bademeister Daniel Schönenberger. «Für viele Gäste ist es normal, ihren Wein oder ihr Bier mit auf den Platz zu nehmen.» An einem sonnigen Sommertag liegen an die 5000 Personen auf dem Rasen vor der Arboner Bucht. Die Kontrolle des Einzelnen stösst an Machbarkeitslimiten. «Wir sind ein Team von drei Bademeistern», erklärt Daniel Schönenberger. «Es ist uns schlicht nicht möglich, jede Kühlbox zu kontrollieren.» Was bleibt, ist ein wachsames Auge auf die allgemeine Situation zu haben. «Solange alles ruhig und friedlich zu und her geht, lässt man die Sache laufen», erklärt der Bademeister. Wenn Leute durch den Genuss von Bier auffallen, setzen die Bademeister auf ein freundliches Gespräch. «Wenn dies nichts nützt, müssen wir die Leute vom Platz verweisen.» Wer Lust auf ein Bier hat, muss dieses im Restaurant konsumieren.

Frauenfeld: Keine Probleme

«Alkoholisierten Personen ist der Aufenthalt in der gesamten Badi untersagt», heisst es auch in der Hausordnung des Schwimmbades Frauenfeld. Auch in Frauenfeld werden im Restaurant alkoholische Getränkte angeboten und konsumiert. Aber Gäste, die einen über den Durst trinken, zählen hier zu den Ausnahmen. «Das Problem, dass Gruppen heftig feiern, kennen wir nicht», sagt Badi-Leiter Andreas Frei. «Ein bis zweimal pro Jahr müssen wir eine Einzelperson entfernen lassen.» Bei rund 350 000 Besuchern jährlich sei das eine verschwindend geringe Zahl.

In Amriswil ist man strikt. «Das Schwimmbad ist alkoholfrei», sagt Andreas Aebischer, Präsident der Schwimmbad- und Minigolf-Genossenschaft. «Alkoholisiert hat man in einem Schwimmbad nichts zu suchen.» Im allgemeinen akzeptieren die Badegäste diese Regel. Der Bademeister muss nur in Einzelfällen eingreifen und die Getränke konfiszieren.

Amriswil: Ort für Familien

Die Badi Amriswil mit 3000 Plätzen ist als Ort für Familien konzipiert, die sich bei schönem Wetter und guter Laune die Zeit vertreiben. Allerdings ist sie direkt mit der Minigolfanlage verbunden. Hier wird Bier ausgeschenkt. «Doch dürfen Besucher ihr Bier nicht mit in die Badi nehmen», betont Aebischer.

Nulltoleranz lautet das Motto in Bischofszell. Auch deshalb, weil vor drei Jahren alkoholisierte Besucher einen Bademeister verprügelt hatten. Im Schwimmbad Hörnli in Kreuzlingen setzt man ebenfalls auf einen klaren Kopf beim Badiplausch. «Kein Alkohol auf dem Platz», hält Bademeister Dominique Assire fest. Entweder wandern mitgebrachte alkoholische Getränke ins Schliessfach oder sie werden einkassiert. «Wir dürfen selbstverständlich nicht die Taschen der Leute durchsuchen. Aber wir sehen uns die Besucher genau an.» Fällt jemand auf, weil er sein Bier auf der Wiese stapelt, greifen die Bademeister ein.

Am kulantesten ist das Seebad in Romanshorn. Hier ist das Mitbringen von Alkohol erlaubt. «Wir können eh nicht kontrollieren, was die Leute in ihren Taschen haben», sagt Bademeister Roland Lüscher. Er betont: «Wir haben kein Problem mit dem Alkoholkonsum.» Die meisten Leute würden massvoll trinken. Merkt er, dass jemand über die Stränge schlägt, dann greift er ein. «Das kommt zweimal in zehn Jahren vor.» (mau/ist)

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