Klarer Gewinner Stokholm

Bei der Stadtpräsidentenwahl am 8. März setzt sich FDP-Mann Anders Stokholm durch. Knapp zwei Monate später bei den Gemeinderatswahlen legen FDP und Chrampfe & Hirne zu.

Mathias Frei
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Anders Stokholm Am 8. März neugewählter Stadtpräsident (Bild: pd)

Anders Stokholm Am 8. März neugewählter Stadtpräsident (Bild: pd)

FRAUENFELD. Der zweite Wahlgang ums Stadtpräsidium ist auf den 29. März terminiert – wird aber zur Überraschung aller nicht notwendig. Denn FDP-Kandidat Anders Stokholm holt schon im ersten Wahlgang am 8. März mehr Stimmen, als für das absolute Mehr notwendig wären. 4305 Frauenfelder wählen den Eschenzer mit Wurzeln in Dänemark. Stokholm ist Theologe und gibt für das Stadtpräsidium, das er per 1. Juni antritt, die Leitung des Sozialversicherungszentrums Thurgau ab.

Zweiter Wahlgang erwartet

Für Carlo Parolaris Nachfolge hatten alle ein Kopf-an-Kopf–Rennen zwischen Stokholm und dem Frauenfelder Schulpräsidenten Andreas Wirth von der SVP erwartet. Und durch die Kandidatur von BDP-Kantonsrat Roland A. Huber wurde ein zweiter Wahlgang rein mathematisch recht wahrscheinlich. Im ersten Wahlgang bleibt Wirth aber klar unter dem absoluten Mehr, Huber wird abgeschlagen Dritter.

Ein Grund, dass sich schliesslich überraschend viele Frauenfelder für Stokholm ausgesprochen haben, mag sein, dass die FDP durch Wirths Wahl nicht mehr im Stadtrat vertreten gewesen wäre. Zuvor hatten die Freisinnigen während 45 Jahren den Stadtammann gestellt. Bis weit in die Linke war während des Wahlkampfs von Wirths Wählbarkeit als Kandidat aus Frauenfeld die Rede. Das mögliche SVP-Übergewicht zusammen mit Stadtrat Ruedi Huber mag aber für viele ein Argument für Stokholm gewesen sein.

Und letzten Endes wird auch der aufwendige und teure Wahlkampf der FDP für ihren Kandidaten eine Rolle gespielt haben. Bei der Präsentation der Kandidatur Anfang November 2014 war Stokholm für viele Frauenfelder ein Unbekannter. Mit seiner Präsenz im «Treffpunkt Stokholm» an der Freien Strasse und an 138 Anlässen hat er sich gewiss einige Stimmen geholt.

Bisherige Stadträte bestätigt

Am 8. März werden zudem die bisherigen Stadträte Elsbeth Aepli (CVP), Christa Thorner (SP), Ruedi Huber (SVP) und Urs Müller (CH) bestätigt. Überraschend schafft auch der unbekannte Parteilose Peter Rickenbach das absolute Mehr, scheidet aber als Überzähliger aus.

Um die neue Zusammensetzung des Stadtparlaments geht es am 26. April. Stärkste Kraft im 40köpfigen Gemeinderat bleibt weiterhin die SVP, die ihre zehn Mandate halten kann. Um einen respektive zwei Sitze können die Freisinnigen und die linksgrüne Gruppierung Chrampfe & Hirne zulegen. FDP und CH kommen nun neu auf je sieben Gemeinderäte. Zwei Mandate verlieren dagegen die Grünen und kommen neu noch auf zwei Sitze. Die SP verliert einen Sitz und geht mit vier Gemeinderäten in die neue Legislatur. Unverändert bleiben die CVP (vier Sitze), die EVP mit drei Gemeinderäten sowie die EDU, MproF und die GLP mit jeweils einem Mandat.

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