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Kläranlage wurde zum Pumpwerk

Die Bauarbeiten des Anschlusses Abwasserreinigungsanlage Paradies an diejenige bei Neuhausen sind abgeschlossen. Die Gemeinde hat aus diesem Anlass die Einwohner eingeladen.
Thomas Güntert
Besucher informieren sich über die Umbauarbeiten und die Funktionsweise der Pumpstation Paradies. (Bild: Thomas Güntert)

Besucher informieren sich über die Umbauarbeiten und die Funktionsweise der Pumpstation Paradies. (Bild: Thomas Güntert)

«Wenn man auf dem Dickihof die Toilettenspülung drückt, braucht das Abwasser zweieinhalb Stunden, bis es in Neuhausen ist», sagte Heinz Mathys.

Der Schlatter Werkreferent erklärte im Beisein des Neuhauser Gemeindepräsidenten Stephan Rawyler den rund 30 Besuchern, dass der Anschluss an die Abwasserreinigungsanlage (Ara) Röti für die Schlatter Bürger so wichtig sei, wie der Galgenbucktunnel für Neuhausen. Mit 13 Kilometern bestehe nun eine der längsten Leitungen im Einzugsgebiet der Ara, wobei in den Kantonen Thurgau, Zürich und Schaffhausen sieben Gemeinden tangiert werden.

Über 1,6 Millionen Franken investiert

Mathys betonte, dass 1,6 Millionen Franken Investitionskosten für eine kleine Gemeinde wie Schlatt nicht alltäglich sind. Die Kosten für eine neue Anlage mit all den Vorschriften des Bundes wäre für die Gemeinde allerdings nicht tragbar gewesen.

Für den Schaffhauser Stadtrat Raphaël Rohner, der zugleich Präsident der Verwaltungskommission des Kläranlagenverbandes ist, ist der Anschluss an die Ara Röti sinnvoller als eine Investition in eine kleine Anlage. Rohner erwähnte, dass insbesondere Dominik Schnieper von der Ara Röti bei der Planung Erfahrungen eingebracht hat, die zur Verbesserung der Betriebssicherheit und der Wartungsfreundlichkeit führten. Der Stadtrat bezeichnete das Projekt als Win-Win-Situation.

Manuel Tille vom Thurgauer Amt für Umwelt sieht in dem Projekt nicht nur aus finanzieller Sicht die sinnvollste Variante. Aus Sicht des Umweltschutzes werde die Petribucht entlastet und eine bessere Reinigungswirkung erzielt.

Gemeindepräsidentin Marianna Frei liess die Schlatter Abwasserpolitik in einem kurzen Abriss nochmals Revue passieren: 1979 gründeten die Gemeinden Unterschlatt und Oberschlatt den Abwasserverband Schlatt und investierten knapp fünf Millionen Franken in die Ara Paradies, die 1982 in Betrieb ging. Obwohl immer wieder Ergänzungen und Verbesserungen erfolgten, wurde die Anlage durch die Abnutzung störanfällig und im Jahr 2007 sanierungsbedürftig. 2010 kam das Frauenfelder Architekturbüro Kutz & Hager nach einer Studie zum Entschluss, dass entweder die Erweiterung der Ara Paradies oder der Anschluss an die Ara Röti nötig sei.

Nach weiteren Planungen und Berechnungen entschied man sich für den Anschluss an Röti. 2013 wurde ein Planungskredit von 75 000 Franken genehmigt und zwei Jahre später 1,65 Millionen für die Realisierung des Projekts.

In seinem letzten Amtsmonat hat Gemeindeammann Kurt Engel die nötigen Verträge unterzeichnet und am 18. August dieses Jahres 2016 ist schliesslich das das erste Abwasser von Schlatt in die Ara Röti geflossen. «Nach dem Sprichwort <Wir haben genug Zeit, wenn wir sie nur richtig verwenden> konnte das Projekt nach mehreren Jahren erfolgreich realisiert werden», schloss Gemeindepräsidentin Marianna Frei.

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